Wie es ohne Mutter weitergehen würde
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Friedliche Zeiten: Birgit Vanderbeke
Wie es ohne die Mutter weitergehen würde
"Wir wussten es jedesmal wieder, dass sie es ernst meinte, also warteten wir, dass sie nicht wiederkommen würde, und ich überlegte manchmal, wie es danach weitergeht."(S.77)
Es würde wohl ablaufen wie immer: Es klingelt an der Tür und Vater würde uns in unser Zimmer schicken. So tat er das jedes Mal wenn Mutter abends klingelte. Doch dieses Mal würde es nicht die Mutter sein, welche klingelt. Vielleicht wäre dann ein Polizist in Uniform vor der Tür und Vater würde von Mutters Unglück erfahren. Und dann würde er schluchzen und weinen und sagen, dass es ja so kommen musste und sich fragen, was er denn mit den Kindern anstellen soll.
Und in diesem Moment, man würde es schließlich durch die Zimmertür hören, hätten auch wir es erfahren. Wir würden es in diesem Moment begriffen haben. Und auch wir wären traurig. Auch wenn die Mutter uns Probleme machte. Und dann würde Vater uns davon erzählen, doch in diesem Augenblick hätten wir das Unglück ja bereits erfahren. Und wir würden ihn fragen wie es weitergeht, er aber würde nur stumm in die Leere blicken während er mit den Schultern zuckt. Und in den nächsten Tagen würden wir noch weiter in die Zukunft blicken. Vielleicht würden wir mit dem Leben ohne Mutter zurechtkommen. Vielleicht würden wir sogar besser zurechtkommen. Aber darüber möchte ich nun nicht weiter nachdenken. Denn es war Mutter, die geklingelt hat. Und der Mutter wollen wir keine Sorgen bereiten.
