Schiller08/Protokoll8

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Protokoll der Deutschstunde vom 03.04.0x

Thema: V. Akt, Szene 1 + 2 - Das Ende der feindlichen Brüder

Szene 1:

Diese Szene kann in 4 Abschnitte aufgeteilt werden, sie spielt sich im Schloss zwischen Daniel, Franz und dem Pater Moser ab. Später kommen Schweizer und seine Gefährten hinzu.

Der erste Abschnitt: Der Versuch, das Schloss hinter sich zu lassen

Daniel verabschiedet sich von seinem Arbeitsplatz in der Küche als plötzlich Franz im Schlafrock auftaucht und nach Licht fragt. Daniel geht sofort los und erledigt seine Arbeit. Nun kann er das Schloss nicht mehr verlassen, weil er in den Diensten von Franz steht.

Der zweite Abschnitt: Das jüngste Gericht

In diesem Abschnitt wird Franz von seinen Albträumen über das jüngste Gericht gepeinigt. Aus Angst lässt er einen Pastor holen, der ihm Hoffnung machen soll. Bis der Pastor eintrifft, erzählt Franz seinem Diener Daniel seinen Traum vom jüngsten Gericht, in dem er eine bekannte Person gesehen hat, diesen aber nicht zuordnen kann (Vater). Daniels Antwort, „Träume kommen von Gott“ bringt Franz zur Verzweiflung.

Der dritte Abschnitt: Gibt es Gerechtigkeit im Himmel oder auf Erden?

In diesem Abschnitt tritt Pastor Moser auf und beginnt mit Franz ein Streitgespräch. Gibt es einen Gott? Gibt es eine Gerechtigkeit? Was sind die Todsünden des Menschen? Diese Fragen bringen Franz vollends zur Verzweiflung, er bekommt Angst vor seinem Tod, da er selbst seinen Vater und seinen Bruder getötet hat und damit die Todsünden der Menschheit begangen hat. Aus dieser Verzweiflung heraus schickt er den Pastor weg.

Der vierte Abschnitt: Schweizer und der Volksaufstand

Daniel sein Bediensteter kommt ängstlich herein, da das Volk geführt von Schweizer einen Aufstand macht, und feurige Reiter mit den Ausrufen „Mordjo, Mordjo!“, duch das ganze Dorf galoppieren. Daraufhin wird Franz bewusst, dass er sterben muss. Er fleht Daniel an, führ ihn zu beten, doch dieser betet nicht für ihn, weil es nur ein Hilfeschrei ist. Schweizer, Grimm und ihre Gefährten treffen in der Zwischenzeit im Schloss ein und stürmen es. Wiederum aus Angst fleht Franz Daniel an ihn mit dem Degen umzubringen, doch Daniel will es wiederum nicht ausführen. Daraufhin erdrosselt sich Franz selbst. Grimm und Schweizer finden Franz tot auf. Schweizer erschießt sich, da er seinen Auftrag, Franz lebendig zu Karl zu bringen, nicht ausführen kann.

Szene 2:

Die zweite Szene kann auch in 4 Handlungsschritte gegliedert werden und spielt sich ebenfalls im Schloss und in der Gegend um das Schloss ab. Nun befinden sich der alte Moor, die Räuber, Amalia und Karl auf dem Schauplatz des Geschehens.

Der erste Abschnitt: Die väterliche Segnung

Der alte Moor sitzt in Tränen auf einem Stein im Wald. Er begreift im Gespräch mit Karl, den er aber noch nicht erkannt hat, dass er einen seiner Söhne gequält hat und der andere ihn deshalb selbst quälen musste. Der größte Wunsch des alten Moor ist die Vergebung Karls. Nach einem langen Gespräch erhält Karl die Segnung und einen Kuss von seinem Vaters, der ihn immer noch nicht erkennt und erhält damit etwas väterliche Nähe. Nun kommen Schweizers Gefährten trauernd zurück. Sie berichten von Franz, den sie tot aufgefunden haben und von dem anschließenden Selbstmord Schweizers.

Der zweite Abschnitt: Die Offenbarung

Amalia trifft ebenfalls ein und umschlingt Moor, doch dieser will sich von ihr entfernen. Amalias Auftreten zwingt Moor, seinem Vater die Wahrheit zu sagen. Sein Retter, sein Sohn ist ein Räuberhauptmann und lebt unter Mördern. Der alte Moor verkraftet diese Nachricht nicht und stirbt durch Karl das dritte Mal und diesmal wirklich. Amalia kann ihre Liebe zu Karl nicht mehr unterdrücken, vergibt ihm und gesteht ihm ihre große Liebe.

Im dritten Abschnitt: Kein Weg zurück

Karl wird von seinen Räubern an seinen Schwur der Ewigen Treue (S.70; III Akt, 2 Szene) erinnert, daraufhin möchte Karl sich von seiner Räuberbande trennen. Doch ist das überhaupt noch möglich? Amalia will nicht mehr von Karl getrennt leben. Sie verlangt von ihm einen Todesstoß, doch er kann es nicht durchführen. Ein anderer Räuber will diese Tat für ihn übernehmen. Moor hält ihn auf und tötet Amalia schließlich selbst.

Im vierte, letzten Abschnitt: Einer wie ich

Karl verlässt die Bande entgültig und stellt sich der Justiz. Ihm wurde bewusst, dass zwei Menschen seiner Sorte die Welt zu Grunde richten können, dies möchte er verhindern. Obwohl sich Karl selbst der Justiz stellt, d.h. die Gesetzte und die Ordnung wieder herstellen möchte, sieht er sich immer noch als Opfer der Menschheit und der Gerechtigkeit. Er stellt sich wiederum in den Mittelpunkt des Geschehens, indem er sich von einem Tagelöhner gefangen nehmen lassen möchte, damit dieser das Lösegeld bekommt, um seine elf Kinder zu ernähren.

Vergleich zwischen Karl und Franz

Ein Vergleich zwischen Szene 1 und 2 zeigt, dass sich beide Brüder mit der Frage „Gibt es Gerechtigkeit“ auseinandersetzen. Die Brüder zeigen in ihren Handlungen aus geglaubter Ungerechtigkeit gleiche Charakterzüge. Sie begründen ihre Verbrechen mit Ungerechtigkeit, die ihnen zugeführt wurde. Um sich zu rächen, bedienen sie sich politischer Mittel und instrumentalisieren ihre Mitmenschen (Franz-> Hermann ; Karl -> die Räuber). Durch die Instrumentalisierung ihrer Mitmenschen zeigen sie keinerlei Moral und keinerlei Skrupel. Schließlich opfern sie sich selbst, Franz durch seinen Selbstmord und Karl dadurch, dass er sich der Justiz stellt und für seine Strafen bestraft wird. Die Annährung der beiden Brüder findet schließlich in diesem letzten Akt statt, in dem Karl die Pläne von Franz weiterführt und den Tod seines Vaters verursacht.

Das Ende von Franz und Karl ist wieder einmal total unterschiedlich. Franz, von Anfang an der Benachteiligte, hat ein unspektakuläres und unrühmliches Ende. Karl dagegen, der Schöne, der Lieblingssohn des Vaters, stellt sich der Justiz, damit in den Mittelpunkt.

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