Protokoll Kafka 5

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Protokoll der Deutschstunde vom 25.11.2011

Thema: Schuld und Verantwortung

Der Unterricht beginnt mit dem kollaborativen Lesen der Hausaufgabe und einer kleinen Übung zur Zeichensetzung. Anschließend besprechen wir anhand eines Arbeitsblattes verschiedene Erzählformen, Erzählverhalten und erzählerische Darbietungsformen. (Für mehr Informationen und Details siehe blaues Blatt vom 25.11.2011.)

Nun kommen wir zum Hauptthema der Stunde: Schuld und Verantwortung von K.

Anhand der Prügler Szene im 5. Kapitel von Franz Kafkas „Der Proceß“ gehen wir, um das genannte Thema zu erörtern, folgendermaßen vor:

Zuerst stellt man sich die Frage, ob die Szene an der richtigen Stelle des Romans platziert ist.

Rein der Logik nach ist die Szene gut platziert worden, da K. sich kurz zuvor beim Gericht über die Wächter beschwert hat und diese, auf Grund der Beschwerde, nun bestraft werden müssen. Des Weiteren passt die Szene dort gut hin, weil K. aufgehört hat das Gericht zu suchen, für ihn ist sein Prozess erledigt, also sucht das Gericht jetzt K. heim.

Schaut man sich allerdings die Zeitangaben der Kapitel „Erste Untersuchung“, „Im leeren Sitzungssaal“ und „Der Prügler“ an, so fällt auf, dass beim Erstgenannten „am nächsten Sonntag“, dann „während der nächsten Woche“ und beim letzten „an einem der nächsten Abende“ steht. Würde es also nicht mehr Sinn ergeben, wenn man die Prügler Szene direkt nach der ersten Untersuchung anbringt?

Um mit der Erörterung des Themas fortzufahren, so haben wir uns als nächstes die Situation näher angeschaut und es fiel auf, dass das Kapitel etwas Skurriles, Unwirkliches und Albtraumhaftes an sich hat. Diesen Eindruck gewinnt man, weil es surreal erscheint, dass in einer Rumpelkammer der Bank zwei Menschen zu Tode geprügelt werden sollen.

Das Geschehen spielt sich am Abend ab und die Umgebung ist nur spärliche beschienen, was der Situation eine dunkle, düstere Atmosphäre gibt.

Es folgt eine Einschätzung von K.s Verhalten und seinem Charakter.

Sein Verhalten kann einerseits als menschlich beschrieben werden, weil K. eben einer ist, der unter allen Umständen versucht sein Gesicht und somit seiner Stellung in der Gesellschaft zu wahren (S.78). Andererseits ist es auch erbärmlich, wie er den zwei Wächtern nur halbherzig helfen möchte (S. 77) und wie er versucht, die Schuld von sich zu schieben.

Er beschuldigt die hohen Beamten des Gerichtes (S. 77) und sogar den Wächter Franz, dass er ihn durch seinen Schrei gezwungen hat weitere Hilfe zu unterlassen. (S. 79, Z.19-21) Durch diese Rechtfertigung für die unterlassene Hilfeleistung belügt er sich selbst und statt mit sich ins Reine zu kommen, belastet ihn seine unterbewusste Schul so sehr, dass sich die Szene mit dem Prügler, wie in einem Albtraum, wiederholt.

Daraufhin befiehlt er den Dienern die Kammer aufzuräumen.

Er lässt seine private Last also von anderen Menschen beseitigen (S. 81).

Da die Kammer jedoch „unverändert“ (S. 81, Z. 5) ist, als K. noch einmal reinschaut, kann man vermuten, dass die Prügler Szene nur eine Vision oder ein Albtraum war, der durch seine innere Schuld ausgelöst wurde.

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