Muscheln im Müll

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...und wir haben nur noch gehört, wie die Schalen geklappert haben, das Telefon haben wir gar nicht gehört, nur noch, wie die Schalen geklappert haben, als meine Mutter die Muscheln in den Müll geworfen hat, dann ist sie wieder hereingekommen und hat zu meinem Bruder gesagt, würdest du bitte den Müll runtertragen? Und nur sehr widerwillig hat er das dann auch gemacht, sowieso alles, was meine Mutter von ihm so verlangte, tat er äußerst ungern, also eben heute den Müll runtertragen. Gefördert wurde diese Widerwilligkeit außerdem durch die Tatsache, dass Muscheln im Eimer gleich Pommes Frites im bedeutete, aber genau das war es doch, worauf mein bruder den langen Abend gewartet hattet und jetzt war er es auch noch selbst, der diesen einen kleine Lichtblick im Müll begraben sollte.

Wie ich meine Bruder kannte, war er wahrscheinlich den ganzen Weg von der Wohnung nach unten durchs Treppenhaus bis zum Hinterhof, wo der Müll stand und das ganze wieder zurück damit beschäftigt, über mich mich, weil ich nicht verhindert hatte, dass Pommes Frites weggeworfen werden, über meine Mutter, meine Vater, der nicht gekommen war, das Telefon, an welchem wahrscheinlich mein Vater war und über das ganze Muschelessen herzuziehen. Er bestätigte meine Vermutung auch noch, weil ich ihn die ganze Zeit noch Worte wie dummes Telefon, scheiß Nägelkauen, die schönen gelben Pommes, blöder Lippenstift und wieder Pommes sagen hörte und es störte ihn auch gar nicht, dass wir dasaßen und sein Gemaule mitanhören durften, nein kein bisschen störte ihn das, wobei an diesem Abend nun auch voll alles egal war, denn an diesem Abend waren wir ja eh alle drei zum ersten mal richtig ehrlich zueinander gewesen, also ehrlich in dem Sinne, dass wir uns gegenseitig unsre ehrliche Meinung über den Vater gesagt haben, ohne Angst zu haben, von irgendwem vor dem Vater verpetzt zu werden.

Also sagte er uns nun auch indirekt seine ehrliche Meinung über uns, zwar indirekt aber trotzdem so ehrlich, dass wir genau wussten, was er von uns beziehungsweise dem Verstellen aber auch dem Nicht-Verstellen-Wollen hielt. Übel nahemn wir ihm das später aber nie, denn dieser Abend war ja sowieso schon in jeder Hinsicht untpisch verloffen, also war das bisschen Gemotze auch nicht mehr so schlimm, also nicht unverzeihlich schlimm, wobei schon ein bisschen schlimm, weil es schon auch wehtut, den Bruder über einen reden zu hören aber verziehen hab ich ihm das trotzdem, weil wenn man beachtet, wie selten es Msucheln mit Pommes Frites bei uns gab, da es das nur an genz besonderen Anlässen gab, und jetzt plötzlich alles im Müll war und mein Bruder sich doch schon die ganzen letzten zwei Tage davor auf die Pommes gefreut hatte, dann musste man ihm seinen Wutanfall wirklich verzeihen, den wenigsten ließ er bei seinen kleinen Wutanfaällen, von welchen dieser eigentlich der einzige war, an den ich mich erinnern konnte, die Tür vom Wohnzimmerschrank ganz ließ.



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