Michael Kohlhaas

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Inhaltsverzeichnis

Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. Aus einer alten Chronik

Exposition

Seite 3: Eröffnung: „An den Ufern der Havel lebte … Rechtgefühl ... zum Räuber und Mörder“: Ort, Zeit, Hauptperson, dessen zentrales Handlungsmotiv und Charaktereigenschaft, die ausschweifende „Tugend“ des Rechtsempfindens, werden vorgestellt.

3-6 Michael Kohlhaas, 30 Jahre alt, wohlhabend, geschäftstüchtig, verheiratet und Vater von fünf Kindern, befindet sich auf einer Geschäftsreise mit einer Koppel Pferde, die er in Dresden verkaufen will. Hierzu muss er aus dem Kurfürstentum Brandenburg nach Sachsen. Im "Sächsischen" wird ihm der Weg von einem Schlagbaum versperrt, an dem der neue Landesherr, Junker Wenzel von Tronka, neuerdings einen Passierschein verlangt. Kohlhaas verspricht, diesen Pass in Dresden zu besorgen. Als Pfand lässt er zwei gut genährte Rappen zurück, welche der Junker ihm später abzukaufen verspricht. Knecht Herse wird zur Pflege der Pferde zurückgelassen.

6-8 Kohlhaas erfährt in Dresden (Sachsen), dass der Passierschein nicht nötig sei („Märchen“) und findet auf der Tronkenburg seine Rappen in erbärmlichem Zustand wieder („Gefühl der Ohnmacht“, S.7). Als der Junker ihn nicht entschädigen will, lässt er die Pferde im Zorn auf der Burg zurück. „Sein Rechtgefühl, das einer Goldwaage glich, wankte noch“ (S.7).

8-13 Kohlhaas unterzieht, nun wieder zuhause in Kohlhaasenbrück, seinen geschundenen Knecht Herse einem eindringlichen Verhör, erfährt von dessen und der Pferde Misshandlung auf der Tronkenburg, glaubt ihm daraufhin „Wort für Wort“ und sorgt für dessen Genesung.

Kohlhaas beschreitet den Rechtsweg

13-14 Unterstützt von seiner Frau Lisbeth schlägt Kohlhaas den Rechtsweg ein, verfasst eine Beschwerde und reicht diese in Dresden bei Gericht ein: „Die Rechtssache war in der Tat klar.“ Die Klage wird jedoch erst verschleppt, dann niedergeschlagen. Junker W.v.Tronka hat seine Verwandtschaftsbeziehungen (Hinz und Kunz v.Tronka) spielen lassen!

14-18 Der Stadthauptmann von Brandenburg setzt zugunsten von Kohlhaas eine Bittschrift („Supplik“) an den Kurfürsten von Brandenburg auf, damit dieser den Kohlhaas unter seinen „landesherrlichen Schutz“ nehme. Aber der Kanzler des Kurfürsten (Graf Kallheim) ist mit den v.Tronkas verschwägert und die Antwort lautet, Kohlhaas sei ein „unnützer Querulant“. Kohlhaas verkauft seine Besitzungen, behält aber Waffen und Pferde für sich, weil „seine Seele … auf große Dinge gestellt ist.“ (17)

18-22 Seine Frau rät zur Mäßigung und zum Einlenken, Kohlhaas nimmt demgegenüber für sich die „Freiheit“ in Anspruch, sich Recht zu verschaffen (20). Lisbeth schlägt daraufhin vor, persönlich in Berlin die Bittschrift zu überreichen. Dort wird sie durch eine Wache („ohne Verschulden desselben“) zu Tode verwundet und stirbt kurz darauf in Kohlhaasenbrück. Zugleich erfährt Kohlhaas, dass er ins Gefängnis komme, wenn er die Sache weiter verfolge. Mit dem durch den Verkauf der Besitzungen erworbenen Geld lässt K. für seine Frau ein „Leichenbegängnis … als für eine Fürstin“ ausrichten und übernimmt „sodann das Geschäft der Rache“.

Das Geschäft der Rache: Die Mandate (S.22 – 30)

Kohlhaas verfasst einen Rechtsschluss, welcher als ein Ultimatum für den Junker Wenzel von Tronka gilt. Er soll die Forderungen innerhalb von drei Tagen erfüllen. Der Junker kommt diesen Forderungen nicht nach, somit bricht Kohlhaas zur Tronkenburg auf, um seinen Rachefeldzug zu beginnen. Dadurch verlässt er sein bisheriges Muster eines guten Staatsbürgers. Das einzige Ziel der Schlacht ist für Kohlhaas den Junker Wenzel von Tronka zu finden und sein Recht auf die Wiederherstellung der Pferde zu fordern. Dieser kann jedoch über einen Hinterausgang fliehen. Am nächsten Tage kommt das ganze Ausmaß der Schlacht zu Tage: das Schloss war bis auf die Grundmauern nieder gebrannt.Kohlhaas vermutet den Junker Wenzel von Tronka bei seiner Tante, welche Äbtissin im Frauenstift zu Erlabrunn ist. Während Herse losgeschickt wird um dieser Vermutung nachzugehen, verfasst Kohlhaas sein erstes Mandat, in welchem er die Auslieferung Wenzels von Tronka fordert. Herse kommt zurück und bestätigt die Vermutung. Die Verfolgung des Junkers wird aufgenommen und drei Stunden später kommen sie im Stift an, doch der Junker war bereits in Richtung Wittenberg geflohen, denn das Mandat ist erst kurz vor dem Eintreffen Kohlhass' angekommen. Während einer Pause für die Pferde, die eine Nacht dauert, verfasst Kohlhaas sein zweites Mandat, indem er den Junker Wenzel von Tronka als einen Feind der allgemeinen Christen bezeichnet. Zusätzlich bittet Kohlhaas um Unterstützung der allgemeinen Christen im Kampf gegen den Junker.

Als Kohlhaas schließlich in Wittenberg ankommt, legt er sein erstes Feuer. Otto von Gorges, der Landvogt, sendet daraufhin 50 Mann aus um Kohlhaas zu bekämpfen. Diese 50 Mann verlieren gegen Kohlhaas und seine Anhänger, sodass er ihm zu noch größerem Ruhm verhilft. Der nächste Morgen beginnt und Kohlhaas steckt zum zweiten Mal Wittenberg in Brand. Währenddessen klebt Kohlhaas das letzte Mandat an das Rathaus, welches eine Anmerkung für den Hauptmann von Gerstenberg beinhaltet. Als der Landvogt dies mitbekommt lässt er den Junker von einer Wache schützen, damit das Volk ihm nicht zu nahe kommen kann, denn dieses möchte den Junker gerne aus der Stadt haben. Kohlhaas lässt sich unterdessen von den Truppen Gorges' in Richtung Brandenburg abdrängen, sodass dieser denkt, er sei vor der Übermacht geflohen. Kohlhaas jedoch macht einen nächtlichen Gewaltantritt nach Wittenberg und setzt Wittenberg das dritte mal in Brand. Am Morgen darauf versammelt sich das Volk vor dem Haus des Junkers und fordert die Abführung des Junkers aus der Stadt, da dieser ihre eigene Sicherheit gefährdet. Der Landvogt, welcher um die Sicherheit des Junkers kämpft, macht ein Täuschungsmanöver, indem er vorgibt den Junker nach Leipzig gebracht zu haben, doch eigentlich bringt er ihn in seinem eigenen Schloss unter.

Dr. Luther greift ein (S.30-40)

Inzwischen war Kohlhaas durch die sonderbare Stellung, die er in der Welt einnahm, auf hundertundneun Köpfe herangewachsen. In einem Mandat, das Kohlhaas anlässlich seiner Belagerung’ Leipzigs veröffentlicht, erreicht er den Gipfel seiner Hybris: Er nennt sich einen Stadthalter Michaels des Erzengels der gekommen sei. Weiter folgt das Eingreifen Luthers, da er Kohlhaas in den Damm der menschlichen Ordnung zurückzudrücken. Er richtet ein öffentliches Plakat an Kohlhaas, in welchem er ihn der Ungerechtigkeit und der Mord- und Raublust bezichtigt und ihm das Recht auf sein Vorhaben abspricht, da der Landesherr seinen Fall gar nicht kenne. Daraufhin ist Kohlhaas sehr betroffen und beschämt.

In Verkleidung begibt sich Kohlhaas sofort nach Wittenberg, um Luther zu einem Gespräch aufzusuchen. Kohlhaas geht zu Luther ins Zimmer, der ihn mit dem Satan gleichsetzt. Kohlhaas will bei Luther widerlegen, dass er ein ungerechter Mann sei. Luther hingegen fühlt sich von Kohlhaas bei seiner Arbeit gestört und verweigert ihm die Beichte und das Abendmahl. Kohlhaas will von ihm ernst genommen werden und versucht sich zu rechtfertigen.

Kohlhaas setzt die Pistole auf sich selbst, zeigt viele Gefühle und sucht den Kontakt mit der Hand Luthers, fällt vor ihm sogar auf die Knie. Kohlhaas versucht mit Luther zu reden und ihm zu erklären, warum er so gehandelt hat. Bittet ihn noch einmal, die Beichte zu bekommen. Luther will ihm aber erst die Beichte abnehmen, wenn er seine Reue einbüßt. Daraufhin schmeißt Luther ihn aus dem Zimmer. In einem Brief an den sächsischen Kurfürsten, empfiehlt Luther diesem, Kohlhaas nicht nur freies Geleit, sondern auch Amnestie zuzusagen.

Ein positiver Ausgang der Geschichte? (S.41-50)

Nach der Zusage des Kurfürsten, ihm einen weiteren Prozess zu gewähren, reist Kohlhaas, nachdem er seine "Bande" aufgelöst und deren Waffen beim Gericht in Lützen abgegeben hat, nach Dresden. Da er von dem positiven Ausgang des Prozesses überzeugt ist, leitet er den Rückkauf seines Grundstücks ein und lässt seine Kinder zu sich holen. In Dresden angekommen, wird er vom Volk, auf Grund seiner Widersetzung gegenüber der "Volksbedrücker", mit wehenden Fahnen empfangen. Er trifft sich, auf Empfehlung des Grafen Werde, mit einem berühmten Advokaten, der ihn vor Gericht vertreten soll. Zeitgleich trifft der Junker Tronka, der von seinen Verwandten Hinz und Kunz, mit Verachtung empfangen wird, in Dresden ein.

Der Junker Tronka, weißt seine Schuld gegenüber seinen Verwandten zurück und behauptet, der Schlossvogt und der Verwalter hätten die Tiere ohne sein Wissen, zum Teil zur Bestellung ihrer eigenen Felder zu Grunde gerichetet. Da die Verwandten Hinz und Kunz vom, aus der Sicht des Kohlhaas, positiven Ausgang des Gerichtsprozesses ausgehen, stellen sie Nachforschungen nach den verschollenen Rappen an. Dies gelingt ihnen und die Rappen werden bald in die Stadt gebracht. Jedoch gehören sie zum einen mittlerweile einem Abdecker, welche zur damaligen Zeit als unehrenhafte gesellschaftliche Außenseiter gelten, zum anderen ist die körperliche Verfassung der Tiere erbärmlich.

Als Herr Kunz und der Junker auf dem Platz eintreffen, hat sich bereits eine große Menschenmenge dort versammelt, die ihrem Hohn über die Rappen, welche dem Staat solche Schwierigkeiten bereiten, mit großen Gelächter Ausdruck verleihen. Der schlechte Zustand der Tiere macht es dem Junker unmöglich sie zu identifizieren und da die Aussagen des Abdeckers wenig hilfreich sind, sieht Herr Kunz sich gezwungen, Kohlhaas zur Identifizierung herbei zu rufen. Dieser erkennt die Pferde als seine eigenen an.

Kunz beauftragt, nach dem Ankauf der Pferde, einen seiner Knechte sie abzuführen. Dieser weigert sich jedoch, da die Pferde erst ehrlich gemacht werden müssen bevor er sie anrührt. Voller Wut entlässt Kunz den völlig unschuldigen Knecht aus seinen Diensten, was das Volk dazu verleitet seinem Ärger Luft zu machen und Kunz anzugreifen. Sie entreißen ihm seine Insignien seines Standes, was die Entwürdigung die Kunz dabei widerfährt verdeutlicht. Nur durch einen zufällig passierenden Trupp Soldaten kann Kunz von der Wut des Volkes gerettet werden.

Der Bruch der Amnestie

Der Vorfall hat für den Fortgang der Handlung fatale Folgen und muss als erneuter Wendepunkt angesehen werden:

Einerseits baut sich im Land eine höchst gefährliche Stimmung auf, "denn es erhob sich die Meinung, dass es besser sei, ein offenbares Unrecht an ihm zu verüben, als ihm Gerechtigkeit [...] in einer so nichtigen Sache, zur bloßen Befriedigungseines rasenden Starrsinns zukommen zu lassen."

Andererseits wird der Hass der Familie Tronka gegenüber Kohlhaas durch das Verhalten des Grafen Wrede gesteigert: " Die Schmach, die zufolge der bestehenden Umstände, dadurch auf die Familie des Junkers fiel, war so groß, dass bei dem staatsbürgerlichen Gewicht, das sie, als eine der ersten und edelsten, im Lande hatte, nichts billiger und zwecksmäßiger schien, als eine Vergütung der Pferde in Geld einzuleiten."

Weiterhin erspart der Kurfürst den Tronkas die "erdenkliche Schmach und Schande" einer Bittstellung vor Kohlhaas. Somit scheitert die zu diesem Zeitpunkt mögliche gütliche Einigung durch einen Vergleich an dem Stolz und der Eitelkeit der Beteiligten.

Johann Nagelschmidt, ein Beteiligter aus der früheren Schar des Kohlhaas, setzt Kohlhaas´ Feldzug fort und nennt sich unbererchtigt "einen Statthalter Kohlhaas". Auf der einen Seite behauptet er, seinen "Mordbrennerhaufen als einen zur bloßen Ehre Gottes aufgestandenen Kriegshaufens" erscheinen zu lassen, der "bestimmt sei, über die Befolgung der ihnen von dem Kurfürsten angelobten Amnestie zu wachen."Doch das tatsächliche Motiv ist, "unter dem Schutz solcher Vorspiegelungen desto ungestrafter und bequemer zu sengen und zu plündern." Nun rächt es sich, dass Kohlhaas sich seiner Zeit nicht gescheut hat, raub- und beutelüsternes Gesindel in seinem Haufen aufzunehmen.

Obwohl Kohlhaas versichert, dass er und Nagelschmidt als Todfeinde auseinandergegangen seien, nutzen die Tronkas das Bekanntwerden dieser Nachricht, um die sich verschlechternde Stimmung gegen Kohlhaas nochmals anzuheizen. Kohlhaas distanziert sich aber in einem öffentlichen Brief von Nagelschmidt und der Prinz von Meißen erneuert nochmals die Zusage der Amnestie.

In dieser misslichen Lage versucht Kohlhaas Dresden zu verlassen, was jedoch nicht gelingt aufgrund des überlangen Hinauszögerns der Anträge auf Ausreise-Pässe. Zu dieser Zeit wird der Prinz v. Meißen von einem Mann vertreten, auf dessen Loyalität Kohlhaas nicht rechnen kann. Als er kurze Zeit später eine Verstärkung seiner Bewachung beobachtet, muss er um seine Amnestie fürchten und beschließt eine Probe auf die ihm auferlegte Amnestie durchzuführen: "denn nichts missgönnte er der Regierung, mit der er zu tun hatte, mehr, als den Schein der Gerechtigkeit, während sie in der Tat die Amnestie, die sie ihm angelobt hatte, an ihm brach."

Mit dieser Probe will Kohlhaas nun herausfinden, wie die Regierung zu ihm steht, um auch selber Gewissheit zu gewinnen. Im Gegenzug verschlechtert er seine Lage nur noch mehr, was er aber erst im Nachhinein begreift. Er versucht nochmals die Stadt zu verlassen, um einen Bekannten zu besuchen, gemäß der Vereinbarung mit dem Prinzen v. Meißen, ohne Bewachung, was ihm verweigert wird. Mit diesem Unmut geht er zu dem Vertreter des Prinzen v. Meißen, dem Freiherrn v. Wenk, und fragt, "ob er Gefangener wäre, und ob er glauben solle, dass ihm feierlich, vor den Augen der ganzen Welt angelobte Amnestie gebrochen sei? worauf der Freiherr sich plötzlich glutrot im Gesicht zu ihm wandte, und, indem er dicht vor ihn trat, und ihm in das Auge sah, antwortete: ja! ja! ja!"

Die so gewonnene Gewissheit lässt in Kohlhaas die Befürchtung wachsen, dass ihm in dieser Situation nur noch die Flucht übrig bleiben wird, deren Gelingen im Anbetracht der Umstände jedoch zu bezweifeln ist.

Nun bietet Nagelschmidt Kohlhaas den rettenden Strohhalm an. Er möchte ihn als Anführer für seinen Haufen gewinnen und bietet ihm zu diesem Zweck Mithilfe bei einer Flucht aus Dresden an. Doch der mit der Überbringung dieses Briefes beauftragte Kumpan Nagelschmidts erleidet in einem Dorf dicht vor Dresden einen Krampfanfall, welcher zu seiner Entlarvung und der Entdeckung des Briefes führt. Er wird festgenommen und der Brief wird unverzüglich dem Kurfürten zugeleitet. Die dort anwesenden Tronkas fordern die sofortige Verhaftung Kohlhaas´, der der Kurfürst wegen seines Amnestieversprechens nicht zustimmt. Man beschließt jedoch, Kohlhaas auf die Probe zu stellen, indem man ihm von dem bestochenen Knecht den Brief Nagelschmidts doch überbringen lässt.

In seiner verzweifelten Lage entschließt sich Kohlhaas das Angebot Nagelschmidts doch anzunehmen. Er will jedoch nicht wieder die Waffen ergreifen und weiter morden, sondern vielmehr mit seinen Kindern nach Ostindien oder Levante auszureisen.

Er verfasst einen Antwortbrief an Nagelschmidt, den er dem Knecht, dessen Doppelspiel er nicht durchschaut, übergibt. Mit diesem Antwortbrief, den der Hof abfängt, sieht sich der Hof berechtigt, das inzwischen längst bedauerte Amnestieversprechen zu brechen. Kohlhaas wird daraufhin verhaftet und ihm wird umgehend der Prozess gemacht. Ihm wird die Todesstrafe auferlegt, "mit glühenden Zangen von Schinderknechten gekniffen, gevierteilt und sein Körper zwischen Rad und Galgen verbrannt zu werden."

Auslieferung Kohlhaas' (S.62-67)

In der Unterredung des neu ernannten Erzkanzler Heinrich von Geusau (früherer Hauptmann) und dem Kurfürsten von Brandenburg, wird dieser von der Schuld des Hauses Tronkas im Falle Michael Kohlhaas überzeugt. Daraufhin reklamierte der Kurfürst von Brandenburg Michael Kohlhaas als brandenburgischen Untertan, somit unterstützt er ihn mit einem Anwalt, die Gerechtigkeit zu verschaffen und ihn zu verteidigen. Unter anderem fordert er die Auslieferung nach Berlin, welcher der Prinz Christiern von Meißen nachgeht.

Während des Transportes von Kohlhaas und seinen fünf Kindern wird eines von ihnen krank und die Auslieferung verzögert sich. So kommt es zu einer peinlichen Begegnung des Herr Kunz und der DAme Heloise mit Kohlhaas auf einem Jagdfest. Da man den Übernachtungsort des Kohlhaas wusste, überredete Heloise Kunz, der unter seiner Jägertracht nicht zu erkennen war, Kohlhaas aufzusuchen.

Dort entdeckt er eine bleierne Kapsel um Kohlhaas' Hals und fragt diesen nach ihrer Bedeutung. Kohlhaas teilt daraufhin mit, dass er diese überraschend von einer Zigeunerin bekommen habe und die Kapsel ihm "dereinst das Leben retten werde" (S. 67).

Die Weissagung (S. 67-76)

Daraufhin fällt der Kurfürst in Ohnmacht und erklärt danach seinem Freund Kunz von Tronka, dass er den Zettel aus der Kapsel um jeden Preis bekommen müsse. Jagdjunker vom Stein wird heimlich vom Kurfürsten beauftragt Kohlhaas Leben und Freiheit für den Zettel anzubieten. Diesen Tauschhandel lehnt Kohlhaas aus Rachsucht ab. Dadurch ist der Kurfürst gesundheitlich angeschlagen und möchte nach seiner Genesung dem Prozess in Berlin zugunsten von Kohlhaas beeinflussen. Auf seine Anfrage, die Anklage zurück ziehen zu dürfen, reagiert der Kaiser wütend und lehnt ab, da dies nun "Reichsangelegenheit" sei. Der Kurfürst teilt daraufhin seinem brandburgischen Amtskollegen mit, dass er kein Interesse an der Hinrichtung Kohlhaas`habe. Dieser möchte jedoch nicht in den Prozess eingreifen, da der Kaiser involviert ist und ein Exempel statuiert werden müsse. Der Kurfürst von Sachsen leidet seelisch und körperlich unter der Unerreichbarkeit des Zettels und erzählt seinem Kämmerer, dass darauf eine Prophezeihung stehe, die er nicht vollständig kenne. Es stellt sich heraus, dass die Wahrsagerin dem brandenburgischen Kurfürst ihr Können bewiesen hat und diesem eine gute Zukunft vorraussagte. Dem sächsischen Kurfürsten aber beschrieb sie eine dunkle Zukunft und die Details schrieb sie auf den Zettel den sie Kohlhaas in der bleiernen Kapsel gab. Der Kämmerer reist nach Berlin, um die Angelegenheit mit Kohlhaas zu regeln.

Der gescheiterte Plan des Kämmerers

Seite 77 bis 82: Um den Zettel des Kohlhaas an sich zu bringen, fährt der Kämmerer nach Berlin. Am Tag seiner Ankunft wird das Kohlhaas zum Tode durch das Schwert wegen kaiserlichem Landfriedensbruch verurteilt. Der Kämmerer besticht ein „ Trödelweib", die sich als die wahrsagende Zigeunerin ausgeben und Kohlhaas zur Zurückgabe des Zettels bewegen soll.

Allerdings, durch einen „ungeheuren Missgriff", traf der Kämmerer die Zigeunerin selbst, welche, sobald sie bei Kohlhaas ist, diesen von der List des Kämmerers warnt. Kohlhaas, der bei der Zigeunerin Ähnlichkeiten mit seiner verstorbenen Frau feststellt, erkennt die Macht, die er nun über seine Feinde hat. Den Zettel gegen seine Freiheit einzutauschenlehnt Kohlhaas vehement ab. Währenddessen lädt der Kurfürst zu Sachsen zwei Astrologen auf sein Schloss, die vergeblich versuchen irgendetwas über den besagten Zettel herauszufinden. Nach der Einsicht, dass die Astrologen nicht in der Lage sind ihm zu helfen, bricht der Kurfürst nach Berlin auf, um eventuell nach der Hinrichtung des Kohlhaas den Zettel an sich zu bringen.

Die Genugtuung

Kohlhaas wird sein Todesurteil verlesen und er stellt sein Testament zu Gunsten seiner Kinder aus. Er bestimmt den Amtmann von Kohlhaasenbrück zu deren Vormund. In den letzten Tagen seiner Haft wird seinen Freunden freier Zutritt zu seiner Zelle gestattet, um sich von ihm zu verabschieden. Die letzte Kommunion vor der Hinrichtung, die auf den Montag nach Palmsonntag festgesetzt ist, erhält er von einem Vertreter Luthers.

Auf dem Weg zur Hinrichtung erhält er einen Brief der Zigeunerin. Er erfährt, dass der Kurfürst Sachsens an der Hinrichtung teilnimmt und dass die Zigeunerin Elisabeth heißt. Kurz vor der Hinrichtung erhält Kohlhaas schließlich sein Recht. Junker Tronka wurde verurteilt und Kohlhaas erhält seine Pferde zurück. Damit ist sein größter Wunsch erfüllt.

Die letzte Tat seines Lebens ist es den Zettel der Zigeunerin direkt vor den Augen des Kurfürsten zu verschlingen. Dieser bricht noch vor der endgültigen Hinrichtung zusammen. Kohlhaas stirbt durch Enthauptung.

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