Lyrik/Liebeslyrik2010/Protokoll1

Aus HöGyWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Protokoll: 2. Februar 2010

Thema: Barock und barockes Lebensgefühl

Bild:Barock_ankek.jpg

• Anmerkungen:

- „Vanitas“ (z.B. „ Es ist alles eitel“ von Andreas Gryphius) → bezieht sich auf die Oberflächlichkeit
- Memento Mori = quälendes Todesbewusstsein (bedenke, dass du sterben musst); Carpe Diem (genieße den Tag)
- Gartenbau: z.B. Schloss von Versailles, Schloss Ludwigsburg
- Barocke Musik ist nur erbaulich, wenn man in ihr die Ordnung wiederfindet, die im Leben der Menschen zu dieser Zeit gefehlt hat. Unter anderem auf Grund des Dreißigjährigen Krieges.
- Fuge: - gekennzeichnet durch besondere Anordnung von Imitationen
- Thema ist zweiteilig und wiederholt sich immer wieder
- Führung + Begleitung spielen gegensätzlich → setzen nacheinander ein; werden so geführt, dass sie immer in Kontrast stehen

⇒ Prinzip von Wiederholung + Kontrastierung

⇒ Der Barock war geprägt durch ein antithetisches Lebensgefühl.

• Zentrale Stilformen:

- Petrarkismus: - festes Motiv ist der Schönheitskatalog (Auflistung weiblicher Körperteile in ihren Vorzügen)
- weitere Motive: Unerfülltheit der Liebe, Vergänglichkeit
- Irrationalität äußert sich formal durch Paradoxien und Antithesen
- Manierismus:
- subjektive Übersteigerung durch gesuchte Bilder und Metaphern → hebt Artifizielles der Kunst besonders hervor
- witzige, unvorhergesehene Pointe
- Vorliebe für Unwahrscheinliches und das Extreme

• Eberhard Kieser: „Wie find Ich mich hie armes Kind In diesem dollen Labyrinth...“ (1611)

- regelmäßig, streng alternierendes Metrum → Barock und Regel gehören zusammen
- handelt sich inhaltlich und formal um ein Labyrinth → Schrift und Bild sagen das Gleiche aus, Bild unterstützt die Textaussage → Bedeutungsverdopplung ⇒ Überbietung/Übertreibung (typisch Barock)
- allerdings Überbietung mit so viel Regelmäßigkeit wie möglich

• Paul Fleming: „Wie er wolle geküsste sein.“

- Handelt es sich bei diesem Gedicht um Liebeslyrik? Nur am Ende des Gedichtes spielen das „Du und Ich“, also die Individuen, das Paar, eine Rolle. Dort nimmt die Beziehung der zwei Personen Gestalt an.
- formal: streng eingehaltene Dichtregeln
- inhaltlich: strenge Vorschriften; Carpe Diem, Vanitas, Antithetik
- Nach einem Beispiel folgt immer noch ein weiteres und noch ein weiteres. Dadurch erhält das Gedicht eine Überlänge. ⇒ Überbietung

• Andreas Gryphius: „Es ist alles eitel“

- Sonett; Sonett in der Dichtung ist zu vergleichen mit einer Fuge in der Musik.
- Besteht aus zwei Quartetten und zwei Terzetten, die inhaltlich und formal deutlich voneinander getrennt sind. Man spricht von einem Abstraktionssprung.
- Die Quartette handeln von dem, was das lyrische Ich sieht. Die Terzette stellen die Schlussfolgerung der Beobachtungen aus den Quartetten dar.

⇒ Es findet eine Sinnentwicklung von der Bildhaftigkeit zum Abstrakten, von außen nach innen, statt.

• Emblem: „EX MAXIMO MINIMUM“ („Aus dem Größten wird das Geringste“)

- Sinnbild des Todes und der Vergänglichkeit → Vergänglichkeitsmetapher
- typischer formaler Aufbau eines Emblems:
° INSCRIPTIO (Überschrift) → Motto
° PICTURA (Bild) → Imago (symbolische Darstellung)
° SUBSCRIPTIO (Unterschrift) → Epigramm (Interpretation)

Bild:Barock_emblem.jpg

Persönliche Werkzeuge