Kafka09/Rollenbiografie
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Rollenbiografien von Josef K.
1.
Josef K. wird in einem kleinen Dorf auf dem Lande geboren. Als er fünf Jahre alt ist stirbt sein Vater und er verliert damit seine wichtigste Bezugsperson.
Auf Grund dieses Vorfalls wächst Josef nun bei seiner Mutter unter der Vormundschaft seines Onkels auf.
Dadurch entsteht eine Bruder- Schwester Beziehung zu seiner Cousine Erna. Die Beiden besuchen zunächst keine richtige Schule. Sie werden zu Hause von Josefs Onkel unterrichtet, der sehr gebildet ist.
Nach einer wenig ereignisreichen vaterlosen Kindheit, fühlt sich Josef K. mit dieser Art zu lernen unterfordert. Er ist Erna in seiner Intelligenz weit überlegen, da er sich weit mehr für Bildung interessiert als sie. Er eignet sich heimlich eigenes Wissen an und ist auch bald dem Onkel überlegen.
Daraufhin beschließt er in die weit entfernte Stadt zu gehen, um dort eine bessere Schule besuchen zu können. Die Mutter und der Onkel sind stolz auf ihn und unterstützen ihn finanziell.
Mit 20 Jahren fängt Josef an Bankwesen zu studieren, denn er hat nur ein Ziel vor Augen: In ein paar Jahren Bankdirektor zu sein.
Mit 25 Jahren schließt er sein Studium erfolgreich ab, bekommt sofort eine Stelle und verfolgt weiterhin verbissen sein persönliches Ziel, wobei ihm nicht viel Zeit für Familienbesuche oder Freundschaften bleibt. Er kapselt sich zunehmend von seiner Umwelt ab.
Mit 28 Jahren hat er sich bereits an die Stellung des Prokuristen in der Bank empor gearbeitet, welche die dritthöchste Stellung ist. Er arbeitet fleißig und hat einen streng geregelten Tagesablauf, bei dem die Arbeit an erster Stelle steht. Private Kontakte bleiben wie schon in seiner Schul- und Studienzeit auf der Stecke.
Durch seinen hohen Arbeitswillen und sein umfangreiches Wissen und Geschick in Bankgeschäften wird er vom Direktorstellvertreter mehr und mehr als ernsthafte Konkurrenz wahrgenommen.
Mit 29 Jahren wird Josef K., ohne sein Wissen, vom Direktorstellvertreter angezeigt. Er soll Akten unterschlagen und unerlaubt weitergegeben und damit der Bank geschadet haben. Mit dieser Anklage möchte der Stellvertreter, die von K. ausgehende Gefahr für seinen Posten abwenden.
Josef K. ist sich keiner Schuld bewusst und fühlt sich nun zu Recht verleumdet, da er nicht weiß wer in angezeigt haben könnte und weshalb. Am Morgen seines 30. Geburtstags folgt die Verhaftung durch 2 Wächter eines Gerichts. Diese hält er zunächst für einen Scherz. Trotz seiner Verhaftung wird ihm gestattet seine normalen Tätigkeiten in der Bank auszuüben, womit der Direktorstellvertreter nicht gerechnet hatte.
Trotz allem, wirft der Prozess für K. viele Fragen auf, da dieser nicht seiner Vorstellung von Rechts- und Gerichtswesen entspricht. Sein Onkel legt ihm nahe einen ihm bekannten Advokaten aufzusuchen und seine Hilfe im Prozess in Anspruch zu nehmen.
Nach einiger Zeit merkt K., dass sein Prozess, trotz Advokat, nur sehr schleppend voran geht und er beschließt selbst helfend einzugreifen. Er versucht sich Hilfe durch einige Frauen zu verschaffen, die eventuell Einfluss auf das Gericht haben könnten.
Durch seinen vermehrten Einsatz im Prozess, vernachlässigt er seine Karriere in der Bank, was der Direktorstellvertreter auch auszunutzen weiß.
Der Prozess vereinnahmt K. so sehr, dass er bald seinen Widerstand aufgibt und die Folgen auf sich nimmt. Von seiner eigenen Unschuld scheint er am Ende alles vergessen zu haben. Kurz vor seinem 31. Geburtstag wird er auf merkwürdige Weise hingerichtet.
2.
Joseph K., in einer kleinen, eher dörflich strukturierten Stadt nahe Prag geboren und aufgewachsen, verlebt seine Kindheit in Geborgenheit, jedoch ohne Vater.
Da er als uneheliches Kind zu Welt kam, stießen er und seine Mutter nur auf wenig Akzeptanz in der Gemeinde des Städtchens.
Die Vorurteile und das Gerede der Stadtbewohner verabscheute K.. Aufgrund Dessen zog er nach seinem Schulabschluss, als noch relativ junger Mann nach Prag, um in einer dort ansässigen Bank eine Ausbildung zu beginnen. Da er zunächst über begrenzte finanzielle Mittel verfügte, bezog er ein Zimmer in der Wohnung der Frau Grubach.
K. mochte das anonyme Stadtleben, da es sich durch seine Anonymität stark vom Leben in seiner Geburtsstadt unterschied, aber auch weil er sich durch seine Wohnsituation bei Frau Grubach in einer familienartigen Lebensform befand, da sich Frau Grubach herzlich um ihn kümmerte.
K. lebte zu dieser Zeit sehr isoliert. Deswegen kann sein beruflicher Erfolg, dessen Zenit K. ca. mit seinem 30. Lebensjahr und der Legitimation als Prokurist erreichte, allein auf seine Leistung zurückgeführt werden.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte K. zwar einige kurze Affären, deren Beendigungen jeweils ihm zuzuordnen sind, eine dauerhafte Beziehung interessierte K. allerdings nie.
Da er eines Tages auf dem Weg von der Bank zu seinem Auto Augenzeuge einer Straftat wurde, die er einfach ignorierte ohne Alarm zu schlagen wurde er vom „Gericht der Moral und Menschlichkeit“ auf eine Prüfung gestellt. Der Verdacht seines verstörten Wesens bestätigte sich.
Joseph K. wurde exekutiert.
