Kafka09/Gesetz
Aus HöGyWiki
Textstellen
(zit. nach Hamburger Leseheft)
S.9, Z.4ff. „Unsere Behörde, soweit ich sie kenne, und ich kenne nur die niedrigsten Grade, sucht doch nicht etwa die Schuld in der Bevölkerung, sondern wird, wie es im Gesetz heißt, von der Schuld angezogen und muss uns Wächter ausschicken.“
S.13, Z.31ff. „Der Staatanwalt Hasterer ist ein guter Freund“, sagte er, „kann ich ihm telefonieren?“ „Gewiss“, sagte der Aufseher, „aber ich weiß nicht, welchen Sinn das haben sollte, es müsste denn sein, dass Sie irgendeine private Angelegenheit mit ihm zu besprechen haben.“
S.30, Z.9ff. „Es ärgerte ihn, das man ihm die Lage des Zimmers nicht näher bezeichnet hatte (...). Schließlich stieg er doch die erste Treppe hinauf und spielte in Gedanken mit einer Erinnerung an einen Ausspruch des Wächters Willem, dass das Gericht von der Schuld angezogen werde, woraus eigentlich folgte, dass das Untersuchungszimmer an der Treppe liegen musste, die K. zufällig wählte.“
S.34, Z.2f. „Sie können einwenden, dass es ja überhaupt kein Verfahren ist, Sie haben Recht, denn es ist ja nur ein Verfahren, wenn ich es als solches anerkenne.“
S.46, Z.42ff. „K. (...) sah ein, dass dies die erste zweifellose Niederlage war, die er von diesen Leuten erfahren hatte. Es war natürlich kein Grund, sich deshalb zu ängstigen, er erhielt die Niederlage nur deshalb, weil er den Kampf aufsuchte. Wenn er zu Hause bliebe (...), war er jedem dieser Leute tausendfach überlegen (...)“
S.66, Z.8ff. „ „Und du sitzt ruhig hier und hast einen Strafprozess auf dem Halse?“, rief der Onkel, der immer lauter wurde. „Je ruhiger ich bin, desto besser ist es für den Ausgang“, sagte K. müde.“
S.67, Z.13f. „ „Vor allem Onkel“, sagte K. , „handelt es sich gar nicht um einen Prozess vor dem gewöhnlichen Gericht.“
S.68; Z.14f. „Wenn man dich ansieht möchte man fast dem Sprichwort glauben: ‚Einen solchen Prozess haben, heißt ihn schon verloren haben’.“
S.69, Z.14f. „ „Ich wusste nicht“, sagte er, „dass man in einer solchen Sache auch einen Advokaten zuziehn könne.““
S.73, Z.18ff. „ „Sie arbeiten doch bei dem Gericht im Justizpalast, und nicht auf dem Dachboden“, hatte er sagen wollen, (...)
S.89, Z.21ff. „Wäre er allein in der Welt gewesen, hätte er den Prozess leicht missachten können, wenn es allerdings auch sicher war, dass dann der Prozess überhaupt nicht entstanden wäre.“
S.91, Z.1ff. „Heute wusste K. von Scham nichts mehr, die Eingabe musste gemacht werden. (...) Die Eingabe bedeutete freilich eine fast endlose Arbeit. Man (...) konnte doch leicht zu dem Glauben kommen, dass es unmöglich war, die Eingabe jemals fertig zu stellen. Nicht aus Faulheit (...), sondern weil in Unkenntnis der vorhandenen Anklage (...) das ganze Leben in den kleinsten Handlungen und Ereignissen in die Erinnerung zurückgebracht, dargestellt und von allen Seiten überprüft werden musste.“
S.154, Z.10f. „Das Urteil kommt nicht mit einem Mal, das Verfahren geht allmählich ins Urteil über“
S.162, Z.16ff. „ „Warum sollte ich also etwas von dir wollen. Das Gericht will nichts von dir. Es nimmt dich auf, wenn du kommst, und es entlässt dich, wenn du gehst.“
- (Dank an Kollegen M. Maier, aus dessen Material hier geschöpft wurde. Der zweite Teil der Aufgabe ("Kommentierung") ist noch zu leisten. --K. Dautel)
