Handlungslos, aber trotzdem gesprächig

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Zu Steinen in Schweiß. Eine Linde steht vor Stauffachers Luxus- Villa (leider ohne Meerblick) an der ausbesserungbedürftigen Landstrasse, neben der einsturzgefährdeten Brücke.

Werner Stauffacher, Pfeiffer von Luzern kommen sprechend (mal wieder viel zu spät) in das Szenario.

Pfeiffer: Hey, Stauffi, ich sag's dir nochmal im Guten. Schwör nicht zu Österreich, das ist ein kleiner Misthaufen, der nichts hinbekommt - nicht einmal gescheite Kräuterbonbons. Ricola! Wer hat's erfunden? - Die Schweizer! Bleib' unseren Kräuterbonbons und dem guten Käse treu!

Drückt ihm herzlich die Hand und will gehen.

Stauffacher: Kumpel, bleib doch noch, bis meine Frau kommt. Die kann zwar nicht kochen, aber du kannst ja trotzdem zum Spachteln bleiben. Du bist mein Gast in Schweiß.

Pfeiffer: Nee, danke, ey! Muss heute noch die Sau zu Gers erreichen. - Wie beschissen es dir auch gehen mag, von der Großkotzigkeit der Vögte bis hin zu den Heizkosten deiner Villa, chill dein Leben! Es kann sich ändern, und zwar flott, ein anderer Kaiser kann die Herrschaft übernehmen. Bist du erst vom Wiener Schnitzel abhängig, bist du's für immer.

Er geht ab. Stauffacher setzt sich kummervoll auf eine Bank unter der Linde. So findet ihn Gertrud, seine Frau, die sich neben ihn stellt, und ihn eine Zeitlang schweigend betrachtet.

Gertrud: Sch...schatzi, w...was i...i...ist denn? Du s...siehst so t...t...traurig aus.

Gertrud ist erfreut darüber, dass sie einen Satz herausgebracht hat.

Stauffacher reicht ihr die Hand und schweigt.

Stauffacher: Das Haus ist toll und wudervoll, nur wird es vielleicht bald nicht mehr stehen...

Gertrud: I...i...ich ver...ver...stehe das n...nicht s...so g...ganz. Er...erklär's mir n...nochmal.

Stauffacher: Ich saß da unter der Linde und hab über mein verdammtes Leben nachgedacht... Da kam dieser Möchtegernkaiser von seiner hässlichen Burg und gaffte meine Villa an. Ich bin aufgestanden um diesem Snob die Ehre zu erweisen. Da fragt mich dieser Dummkopf wem diese Villa denn gehöre (als ob er das nicht wüsste). Ich sage, ich hätte sie gebaut, aber sie gehöre dem Kaiser. Und jetzt will er sie mir nich erlauben, sondern plattmachen, weil ich ja nur ein Nichtsnutz bin. Stauffacher beginnt lauthals zu heulen.

Gertrud: I...ich st...st...stottere zwar, a...aber ich b...bin n...nicht d...du...dumm. D...der Vogt will d...dich d...och nur au...aus dem W...weg räum...men.

Stauffacher immer noch schluchzend: Ja, der Gessler scheint sauer auf mich zu sein.

Gertrud: D...der i...ist doch n...nur nei...neidisch weil e...er k...k...keine super Köchin zur F...f...rau h...hat und e...er der B...bim...bo vom K...k...ka...ka...kaiser ist.

Gertrud lächelt ihn aufmunternd an.

Stauffacher laut schniefend: Was soll ich denn jetzt tun?

Stauffacher unterliegt einem neuen Heulausbruch.

Gertrud tritt näher: Komm w...wir pl...planen w...was mit den Uri...urianern und den Un...un...unter...wal...d...denern!

Stauffacher: Nun, ich kenne viele mutige Männer dort.

Er steht auf.

Ach, was machst du dir für Gedanken? Beleg' lieber einen Kochkurs, bevor du revolutionäre Pläne schmiedest. Begreifst du den Ernst der ganzen Situation denn nicht? Willst du dass wir alle mit unseren Mistgabeln in den Krieg ziehen gegen den Kaiser? Darauf warten sie doch nur. Dann verbrennen sie unsere Freiheitsbriefe und wir sind auf ewig dazu verdammt, Schnitzel und Sachertorte zu essen. Willst du das wirklich?

Gertrud: N...nein. (zögert) Aber,i...ihr seid d...och auch M...m...mä...nner und w...wisst wie ei...eine M...mist...gabel zu f...f...ühren ist.

Stauffacher: Frau, Krieg ist widerlich, gegen ihre Waffen haben wir doch keine Chance.

Gertrud: G...gott will es a...aber so. Er...er will uns k...kämpfen sehen.

Stauffacher: Was verstehst du schon von Gott? Warst du bei ihm persönlich eingeladen? Versteh doch, der Krieg würde alles zerstören! Selbst diese schöne Villa, und ja, auch deine Kräuterbonbondosensammlung wäre dahin! Menschen würden sterben, tausende, abertausende. Wenn Gott das will, dann trete ich aus der Kirche aus.

Gertrud: Das Sch...schicksal st...steht auf d...der S...seite der U...unschuldigen. - S...s...sieh vorw....w...wärts, Werner, u...und nicht hin...hin...ter d...d...dich.

Stauffacher: Wir Männer können kämpfend für die Freiheit sterben, aber was würde mit den Frauen geschehen?

Gertrud: S...selbst...mord. Alle w...würden S...s...elbstmord be...be...gehen.

Stauffacher stürzt in ihre Arme: Wer jemanden wie dich an deiner Seite hat, so tapfer und furchtlos wie du bist, der kann mit seinen Freunden für Hof und Herd kämpfen und wird niemanden fürchten. Ich werde sofort nach Uri fahren, da lebt der Walther Fürst, der über diese Zeiten denkt wie ich. Und mit dem Alten vom Hause Atting, dem Bannerherrn, werde ich mich beraten, wie man sich die Feinde am besten vom Halse schafft. Auf Wiedersehen mein Schatz! Wache über das Haus, gib Pilgern, Mönchen und Wanderern eine Unterkunft und sieh zu, dass du dich nicht mit deinen Kochkünsten vor ihnen blamierst.

Indem sie in den Hintergrund abgehen, tritt Willihell Telm mit Baumgarten vorn auf die Szene.

Telm zu Baumgarten: So, jetzt brauchen Sie mich nicht mehr, Sie werden in diesem Haus dort unterkommen, dort wohnt der Stauffacher mit seiner Frau. Ich rate Ihnen davon ab, jegliche Gerichte von ihr zu essen. Haben Sie vorsorglich ein paar Flaschen Bier und belegte Brötchen dabei?

Baumgarten schaut nach und zuckt bedauernd mit den Schultern.

Telm: Dann nehmen Sie meine Vesperbox, ich brauche sie nicht. Da sind noch ein Wurstbrot und ein Apfel drin.

Telm gibt Baumgarten die Dose. Dabei bemerkt er Stauffacher aus dem Haus gehen.

Da ist der Stauffacher, folgen Sie mir, kommen Sie!

Gehen auf ihn zu, die Szene verwandelt sich.


--BlueSoul 09:21, 10. Mai 2010 und --Käsi 96 16:46, 17. Mai 2010 (CEST) (CEST) - zurück zum Projekt Willihell Telm

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