Goethe10/Protokoll4

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Protokoll der Deutschstunde vom 11.5.10

Thema: Faust und Gretchen - eine Tragödie

1. Anfangs haben wir uns mit dem gelben Blatt, welches zum Thema die kleine Verslehre und Hinweise zur literaturgeschichtlichen Einordnung des Faust 1 hatte, beschäftigt.

Ein paar Anmerkungen zur kleinen Verslehre, welche nicht auf dem gelben Blatt vermerkt sind:

  • Knittelvers: In Faust 1 sprechen alle Personen (die meiste Zeit) im Knittelvers, da dieser ein volkstümliches, mittelalterliches Metrum ist und die Faust Tragödie auf eine Volksgeschichte zurück geht.
  • Stichomythie: Ein Beispiel hierfür lässt sich bei Faust im Prolog im Himmel finden.
Kennst du den Faust ? / Den Doktor ?/ Meinen Knecht!. Hierbei wird der Dialog auf verschiedene Sprecher verteilt (in Bsp.: Gott und Mephisto), wodurch eine Beschleunigung des Dialogs erzielt wird und dieser dadurch an Dynamik und Intensität gewinnt.

Im Folgenden haben wir nach „kirchenkritischen“ Stellen im Faust gesucht und zwei Beispiele gefunden. Das erste Beispiel befindet sich gleich am Anfang der Gelehrten Tragödie, als sich Faust beklagt, dass er nun „leider auch Theologie studiert habe“ (Z. 359). Das zweite Beispiel ist in den Zeilen 2813-2840 zu finden. → Mephisto beklagt sich, dass Gretchens Mutter den Schmuck,welchen Faust Gretchen geschenkt hatte, sofort zum „Pfaffen“ gebracht hat. („die Kirche hat einen guten Magen“ Z. 2836). Des weiteren haben wir festgestellt, dass Gretchen in Konflikt mit der Kirche gerät, als sie sich mit Faust einlässt, jedoch trotzdem versucht ihr naives Christentum zu bewahren.

2. Der zweite Teil der Stunde bestand darin, die Handlung ab der „Walpurgisnacht“ bis zum Schluss des Faust 1 nachzuvollziehen.

Walpurgisnacht: In dieser Szene tauchen verschiedene schräge und seltsame Figuren auf, wie zum Beispiel Hexen, diese sind alle „unchristliche Erscheinungen“. Man befindet sich auf dem Brocken im Harz in Mephistos Welt, dort wo die Fliegen, Ratten, Läuse und Hexen sind ist er zu Hause. Die Stimmung auf dem Brocken ist gut, und die Hexen feiern ausgelassen. Faust ist der einzige, der schlechte Laune hat, da er sein Gretchen verloren hat. Er passt nicht an diesen Ort und man merkt, dass er dort nicht sein möchte. → Er sieht in der Ferne ein Mädchen, welches Gretchen sehr ähnlich sieht. Diese Mädchen ist jedoch geköpft worden. → Dies ist eine Vorahnung und eine Vorwegnahme dessen, was passieren wird. Schrecken wird hervorgerufen. Ziel: Faust wird wieder an Gretchen erinnert. Sein Fluchtversuch in diese „andere Welt“ und Mephistos Versuch Faust aus seinen Verstrickungen herauszuholen hat nicht geklappt! → Faust will Gretchen retten.

Trüber Tag, Feld: Faust ist außer sich und verzweifelt, er spricht nun nicht mehr in gehobener Sprache, sondern schleudert mit Worten nur so um sich. Mephisto ist gefasst, verwendet eine ehre gehobene Sprache, antwortet schnippisch und argumentiert gefühllos und zynisch. Er spielt mit dem außer sich geratenen Faust. → Mephisto ist selbst-zufrieden, da seine Erwartungen eingetroffen sind. Äußere Form: Es existiert kein Reim mehr und kein Versmaß, diese Szene ist in Prosa verfasst.

Nacht, offen Feld: Der Rabenstein ist der Richtplatz. Dort schweben die Geister der Gehängten herum.

Kerker: An diesem Ort ist es dunkel. Gretchen befindet sich dort, da sie ihr Kind umgebracht hatte. Faust möchte Gretchen in dieser letzten Henkersnacht retten. Gretchen erkennt Faust anfangs nicht (Z. 4427), da sie mit ihm und ihrem Leben längst abgeschlossen hat.

→ Sie möchte nicht zu Faust zurück, da sie ihr Leben nicht mit betteln und einem schlechten Gewissen leben möchte (Z. 4546-4547).Des weiteren ist ihr bewusst, was Faust getan hat. (Z. 4510-4515, „Blut an den Händen“) und sie weiß, dass sich ihre Situation nicht mehr ändern würde.
→ Sie kommt aus der Verstrickung mit Mephisto nicht mehr raus. Deshalb übergibt sich Gretchen dem Gericht Gottes, sie unterwirft sich einer höheren Gerechtigkeit und büßt so für ihre Taten.

Es herrscht ein eigentlich paradoxer Dualismus von weltlicher und himmlischer Gerechtigkeit.

Mehr dazu siehe gelbes Blatt „J.W.GOETHE: FAUST- EINE TRAGÖDIE“.

3. Abschließend haben wir uns noch die Frage gestellt, wie es weiter geht mit Faust. Dies lässt sich alles in Faust 2 nachlesen.

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