Goethe10/Protokoll2

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Stundenprotokoll vom 20.04.2010

Thema: Die Handlung der "Gelehrten-Tragödie"

Zu Beginn der Stunde haben wir Zitate aus Goethes Faust gesammelt, um uns besser mit der Tragödie vertraut zu machen. ,,Mir dünkt die alte spricht im Fieber" war nur eines von vielen Zitaten, die der Kurs in Erinnerung behalten hatte. Anschließend haben wir den bis dahin gelesenen Inhalt rekonstruiert.

Die Handlung beginnt mit einer Wette zwischen Mephistopheles und Gott. Mephistopheles hat zu beweisen, dass es leicht sei selbst einen "getreuen Knecht" vom rechten Weg abzubringen. Währenddessen verzweifelt Faust in seinem Studierzimmer an den unüberwindlich scheinenden Grenzen der abstrakten Wissenschaften. Er blättert durch Nostradamus Buch und stößt auf das Zeichen des Makrokosmos, woraufhin er den Erdgeist heraufbeschwört. Dessen mächtig flammende Erscheinung schmettert ihn aber völlig nieder. Es ist eben doch nur der abstrakte Geist der Wissenschaft, den Faust begreift. Er wütet, woraufhin sein Famulus Wagner eintritt und mit ihm über die Wissenschaft fachsimpeln möchte, doch Faust weist ihn ab. Er hat vom Leben genug und will durch das Gift aus dieser engen Erdenwelt scheiden. Doch die morgendlichen Osterglocken und der Chor der Engel ziehen mit Gewalt die Phiole von seinen Lippen.

Am nächsten Tag machen Faust und Wagner einen Osterspaziergang, bei dem er auf viele Menschen trifft, die ihn für seine Wissenschaft und Arzneien alle verehren. Daraufhin fühlt sich Faust innerlich zerrissen. Als die Dämmerung hereinbricht erblickt Faust einen sonderbaren schwarzen Pudel, der die beiden umschweift. Faust meint, er habe einen Feuerstrudel auf seinen Pfaden hinterdrein ziehen sehen. Er beschließt den merkwürdigen Hund mit nach Hause zu nehmen, der dort weiterhin um seine Füße schleicht. Der Pudel will einfach nicht aufhören zu knurren, woraufhin Faust den heiligen Urtext in sein geliebtes Deutsch überträgt. Der Pudel dehnt sich zuerst als schwarzer Schatten und verwandelt sich daraufhin in die Größe eines Nilpferdes. Mit magischen Sprüchen versucht Faust das gespenstische Wesen zu bannen. Das christliche Zeichen zeigt Wirkung und Mephistopheles muss in seiner wahren Gestalt erscheinen. Die Ratten sind die Helfer von Mephisto und wiegen Faust mit Gesang in den Schlaf, sodass Mephisto geschickt entkommen kann. Am nächsten Morgen kehrt er aber wieder zurück und schließt mit Faust kurzerhand einen Pakt, was sich als einfach herausstellt, denn Faust ekelt es schon lange vor all dem Wissen und er brennt nur so darauf, sich von den Tiefen der Sinnlichkeit berauschen zu lassen. Wenn es Mephisto also gelingt, Faust in dieser Welt glücklich zu machen, hat dieser die Pflicht, ihm auf ewig in der Hölle zu dienen.

Nun beschäftigten wir uns mit der Frage: ,,Was ist der Mensch, oder wer bin ich?". Auf der einen Seite steht der Übermensch, das Ebenbild Gottes, das nach Höherem strebt und allwissend scheint. Auf der anderen Seite steht der Wurm, ein Tier das im Staube kriecht, ein unwissendes Lustwesen. Nun stellt man sich die Frage: ,,Stehe ich auf der einen Seite oder auf der anderen oder gar in der Mitte?"

Daraufhin beschäftigten wir uns mit der Frage, warum sich Faust umbringen will und erzielten folgende Resultate:

Zum einen könnte die Erniedrigung und Zurückweisung des ohnehin schon betrübten Fausts durch den Erdgeist ein Grund für seine ausweglose Situation sein. Die Selbsterkenntnis seiner menschlichen Beschränktheit und die Erkenntnis von Vergänglichkeit und Sinnlosigkeit der Existenz überhaupt machten ihm außerdem zu schaffen. Er hat kein Vertrauen in das Wissen und die Wissenschaft und sieht die Welt als eine ,,Mottenwelt``. Für ihn ist der Selbstmord der letzte und einzige Akt selbst bestimmten Handelns, gegen die Allmacht der Götter gerichtet.

Zum Abschluss hörten wir zwei Hörbeispiele. Zum einen die Szene mit Faust und Wagener vor dem Tor, woraufhin wir den Dialog im Studierzimmer mit Faust und Mephisto gemeinsam gelesen haben.

,,Ich bin zu alt um nur zu spielen, zu jung um ohne Wunsch zu sein." (Faust)

Zu guter Letzt hörten wir das Hörspiel ,,Faust versus Mephisto", dessen Sprecher (mit einzigartiger Sprachkunst und Stimmenvielfalt) begeisterten.

,,Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewusst." (Mephistopheles)

Für die nächste Stunde sollten wir uns mit der Frage beschäftigen, ob es eine Wette oder ein Pakt ist und was die wesentlichen Unterschiede sind und worum es sich in der Wette/ dem Pakt genau handelt.

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