Goethe08/Protokoll7
Aus HöGyWiki
Protokoll der Deutschstunde vom 8.10.2008
Thema: Walpurgisnacht, Szene"Trüber Tag. Feld", Szene"Kerker"
Verlauf/Inhalt:
Am Anfang der Stunde haben wir uns noch einmal kurz über die Walpurgisnacht unterhalten, welche vom 31. April auf 1. Mai auf dem Brocken stattfindet. Dies ist ein Überbleibsel aus der heidnischen Gebräuchen zur Jahreszeitenwende.
Danach hat sich eine Gruppe näher mit der Szene „Trüber Tag. Feld“ beschäftigt. Diese Szene spielt im Gegensatz zur Walpurgisnacht in keiner unwirklichen Welt mehr.
Faust erfährt, dass Gretchen sich im Kerker befindet, macht Mephisto Vorwürfe für das Leiden Gretchens und befiehlt ihm Gretchen zu befreien. Das Kräfteverhältnis zwischen Faust und Mephisto hat sich geändert. Faust hat erkannt, dass Mephisto an der schrecklichen und aussichtslosen Situation Schuld ist, merkt andererseits aber auch, dass er der Verlierer ist und Mephisto ihn und Gretchen ins Verderben gebracht hat.
-->Hilflosigkeit und Ratlosigkeit bestimmen das Handeln und die Sprache von Faust. (Prosa statt Reimsprache)
Die andere Gruppe behandelte die Szene “Kerker“, eine Szene, die in völliger Dunkelheit stattfindet.
Faust und Mephisto kommen, um Gretchen zu befreien. Sie aber ist verwirrt und erkennt Faust anfangs nicht. Schon bald erkennt Gretchen die Situation, will aber nicht mit ihnen gehen, sondern lieber sterben. Sie beschließt nicht mit ihnen zu fliehen, da sie merkt, dass Faust mit dem Teufel (Mephisto) vereint ist. Gretchen akzeptiert so ihr Schicksal und steht nun zu ihrer Schuld, kommt mit sich selbst ins Reine und lässt Faust mit seiner Schuld allein.
Schließlich ertönt eine Stimme “sie ist gerichtet“ (Mephisto) und eine Stimme aus dem Himmel, „ist gerettet“ (Gott), da sie im Reinen mit sich selbst ist und die Schuld auf sich genommen hat.
-->Die Szene zeigt ein Aufeinandertreffen von zwei Rechtssystemen oder Gerechtigkeitsvorstellungen. Zum einen eine göttliche Gerechtigkeit, zum anderen ein weltliches Gericht. Von der göttliche Gerechtigkeit wird Gretchen entschuldet und begnadigt, da sie die Schuld und Verantwortung bereitwillig auf sich genommen hat. Rechtlich ist sie jedoch für schuldig befunden und verurteilt, durch ihr freies Aufbegehren gegen die moralische Ordnung der Gesellschaft.
