Goethe08/Protokoll5

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Protokoll der Deutschstunden am 30. September 2008

Thema:Bearbeitung der Szenen "Straße", "Abend", "Spaziergang" und "Der Nachbarin Haus"

Zu Beginn der Doppelstunde vom 30. September 2008 haben wir die Zeit damit verbracht, das bis dahin Gelesene bzw. Behandelte via Partnerarbeit nochmals aufzuarbeiten, d.h. bis hin zur Szene der "Hexenküche". Zur Veranschaulichung diente uns die Inszenierung des "Faust", mit der wir dann den akademischen Teil abgeschlossen haben und zur Gretchen-Welt, der bürgerlichen Welt, übergegangen sind.

Dieser neue Teil startet mit der Begegnung Fausts mit Gretchen. Inhalt der Straßen-Szene:

Faust begegnet Gretchen zufällig auf der Straße. Er ist so angetan von ihrem Anblick, dass er dem "schönen Fräulein sein Geleit" anbietet. Sie aber weist ihn zurück:"Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn" (Z.2607f.). Als Mephistopheles kommt, ist Faust das erste Mal begierig, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Faust will Gretchen unbedingt haben, möglichst sofort. Doch Mephisto muss Faust enttäuschen, denn Gretchen sei gläubig und ein "gar unschuldig Ding" und in solchen Fällen sei die Macht des Teufels sehr begrenzt. Immerhin kann Mephisto zusagen, dass Faust noch am selben Abend Gretchens Zimmer -nicht aber sie selbst- sehen kann. Faust trägt Mephisto auf, ein Geschenk für Gretchen zu besorgen.

Inhalt der Abend-Szenerie:

Gretchen, allein in ihrem Zimmer, rätselt, wer wohl der "edle Herr" gewesen sein könnte, der sie heute auf der Straße angesprochen hat.

Nachdem sie den Raum verlassen hat, treten Faust und Mephisto ein. Doch Faust möchte allein sein. Er betrachtet das einfache, sehr ordentliche Zimmer. Sein sexuelles Begehren wandelt sich in der reinen Atmosphäre von Gretchens Zimmer in romantische Verliebtheit um. In ihrem Zimmer durchlebt Faust eine innere Entwicklung vom triebgesteuerten, vor Geilheit und Testosteron strotzenden Faust, der erkennt, dass sie ein Heiligtum ist, die Natürlichkeit darstellt, und er dabei wäre, Unrecht zu tun, denn angesichts der Ärmlichkeit und Reinlichkeit ihres Zimmers wird Fausts Herz so gerührt, dass er sich für einen kurzen Augenblick seiner Freveltaten bewusst wird(2720-5). Mephisto bringt ihn jedoch wieder auf andere Gedanken.

Als Mephisto Faust wieder abholt, hat er ein Kästchen mit Schmuck dabei, das er in Gretchens Schrank versteckt. Die beiden verschwinden.

Als Gretchen nun zurück kommt spürt sie, dass sich die Atmosphäre in ihrem Zimmer verändert hat, "es ist so schwül, so dumpfig hie" (Z.2753). Als Gretchen den Schmuck findet, probiert sie ihn gleich begeistert an.

Inhalt zum Spaziergang:

Mephisto ist außer sich vor Zorn, denn Gretchens Schmuck nahm den Schmuck an sich und brachte ihn ausgerechnet zu einem Pfarrer, der ihn natürlich behielt. Doch Faust bestellt gelassen neuen Schmuck bei dem wutschnaubenden Mephisto. Diese Szene dient vorherrschend der Kirchenkritik.

Zuletzt haben wir mit der Szene der Nachbarin Haus begonnen, in der wir festgestellt haben, dass die Nachbarin Marthe sich in einer materiellen Not befindet, die Mephisto ausnützen will, um ein rendez-vous für Faust mit Gretchen zu arrangieren. Durch das Verschwinden ihres Mannes benötigt Marthe einen Totenschein, denn ohne diesen, ist sie keine Witwe, dies bedeutet wiederum keine Chance auf eine erneute Heirat und keine Versorgung.

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