Goethe08/Protokoll3

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Protokoll vom 23.09.2008

Thema: Analyse der Szenen "Nacht" und "Vor dem Tor"

Die Unterrichtseinheit am 23. September stand unter der Leitfrage „Warum eignet sich Faust als Person zwischen Himmel und Hölle?“, welche anhand der Szene „Nacht“ behandelt wurde. Zunächst wurde der Inhalt dieser Szene kurz skizziert.

Faust befindet sich zu Beginn der Szene in seinem Labor ähnlichen Kellerzimmer zwischen Büchern, Schriften, Gefäßen, Gerippen und Skeletten wo er nach den Regeln des Nostradamos (franz. Arzt im 16. Jahrhundert) Magie ausübt.

Er zweifelt die Wissenschaften insofern an, dass sie keine Erkenntnis darüber liefern „Was die Welt im Innersten zusammenhält“.

Er hat mit Jura, Medizin, Philosophie und Theologie alle vier Bereiche der Wissenschaften studiert und hält sich trotzdem für unwissend. (Zeile 364 Reclam „Und sehe, dass wir nichts wissen können!“)

Aufgrund Dessen entschließt er sich den Erdgeist zu rufen, welcher ihm dann auch erscheint. Dieser verkörpert die Naturgewalten.

Zunächst fühlt sich Faust seinem Ziel in höhere Sphären zu gelangen sehr nahe, wird dann aber vom Erdgeist zurückgewiesen.

Dann tritt Fausts Famulus („Hilfswissenschaftler“) Wagner auf, der in die Lehre der Rhetorik eintauchen möchte.

Dieser erinnert Faust aber nur wieder an die Art von auf Bücherwissen bauenden, regeltreuen und konventionellen Wissenschaftlern, denen er einst auch zuzuordnen war und die er nun so sehr verachtet.

Als Wagner die Szene verlassen hat, gerät Faust in eine tiefe Depression und möchte sich mit einem Gift das Leben nehmen. Er trägt den Konflikt zwischen Himmel und Hölle in sich aus. Er schwankt bei seinem Selbstverständnis zwischen Extremen („Gott oder Wurm“). Mit dem Selbstmord möchte er Stärke demonstrieren, indem er die menschliche Angst vor dem Tod überwindet und (wenigstens) einmal Herr über seine Begehren ist.

Da ihm allerdings ein Engelschor erscheint, lässt er von dem Vorhaben des Suizids ab. Die „erste Feierstunde“ des Osterfestes wird durch den Chor eingeläutet.

Es folgt die Szene „Vor dem Tor“ in der sich Wagner und Faust auf einem Osterspaziergang befinden. Dieser stellt zunächst einen krassen Gegensatz zur vorausgehenden Szene dar, da sich Faust nun an der freien Luft und in der Natur befindet. Der Ostersonntag hat auch noch insofern symbolischen Charakter, als das er als Übergang zwischen den kurzen und kalten Tagen des Winters, und den langen warmen des Sommers verstanden werden kann. Aus christlich-religiöser Blickrichtung steht dieser Feiertag für die Auferstehung Christi, welche auch Faust in allerdings anderer Weise hinter sich hat.

Es folgt der Auftritt des Mephistopheles.

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