Goethe08/Protokoll1

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Protokoll vom 10.09.2008

Thema: Einführungen in J.W. Goethes "Faust"

In der Unterrichtsstunde vom 10. September beschäftigte sich der Kurs zunächst mit den allgemeinen Fakten zu Faust, im späteren Verlauf ging es um die Quellen, welche Goethe dazu veranlassten, das Drama zu verfassen.


Allgemeines zu Faust

- In Faust geht es um einen Teufelspakt zwischen Mephistopholes (Teufel) und Faust. - Das Drama ist fast durchgehend im Knittelvers gereimt -> Volkstümliches Dichten. - Es gibt drei Fassungen des Faust: -Urfaust 1775 (Goethe 25 Jahre alt) / -Faust I 1807 / -Faust II 1832 (veröffentlicht nach Goethes Tod als 83 Jähriger) - Somit lässt sich Faust als Goethes Lebenswerk bezeichnen.

Quellen zu Faust

Schon vor Goethes Zeit, im Jahr 1587, erschien das Volksbuch Historia von D. Johann Fausten, welches zum ersten Bestseller wurde. Das Buch beschäftigte sich ebenfalls mit einem Teufelspakkt zwischen D. Johann Faust, welcher 1478 in Knittlingen/ Maulbronn geboren wurde, und dem Teufel. Johann Faust war Astrologe, Chiromant, Alchimist und Heilkundiger. Das Volksbuch endet damit, dass Faust vom Teufel "heimgesucht" wurde und starb. Es hatte den Zweck eines Moralbuches, welches die Menschen davon abringen sollte, sich mit dem Teufel einzulassen, da sie sonst ein gleiches Schicksal erwartet. Zudem gab es ein Drama von Christopher Marlowe, welches sich mit diesem Stoff beschäftigte und welches im 18. Jahrhundert als Puppenspiel auch nach Deutschland kam. Goethe hatte in seiner Kindheit ein Puppenspiel, mit welchem er damals schon das Puppenspiel vom Faust nachspielte. Da er jedoch ein "Stürmer und Dränger" war und Fausts Handeln nachvollziehen konnte, bearbeitete er diese Figur in einen unzufriedenen Aufrührer und Kraftmenschen (Genie). 1772, als sich Goethe in Frankfurt aufhielt, brachte die Hinrichtung der Susanne Margharete Brand die deutschen Stürmer und Dränger in Aufruhr. Susanne Margarete Brand wurde zum Tode verurteilt, da sie ihr neugeborenes Kind ermordete. Laut ihrer eigenen Aussagen wurde sie vom Teufel dazu verleitet, da Frauen mit einem unehelichen Kind zu der Zeit keine andere Möglichkeit hatten. Wie andere Stürmer und Dränger benutzte auch Goethe die Figur der Susanne Marghrete Brand in einem Drama. Sie wurde zum Gretchen in dem nur ein Jahr später erschienenen Urfaust, um auf den öffentlichen Misstand aufmerksam zu machen.


Im letzten Abschnitt der Stunde beschäftigten wir uns mit der Zueignung (Wittmung), in welcher sich Goethe an Erlebniserfahrungen erinnert, und dem Vorspiel auf dem Theater. Dieses handelt von drei Personen, die jeweils andere Interessen verfolgen. 1. Dem Direktor, der möglichst viel Geld haben möchte. 2. dem Dichter, welcher das Ansehen und die Ehre will. und 3. dem Schauspieler, der möchte, dass sich die Beiden vertragen. Dieses Vorspiel endet mit den letzten Worten, in denen die Bühne als Mikrokosmos dargestellt wird.

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