Fontane07/Vermischtes
Aus HöGyWiki
Inhaltsverzeichnis |
Motivgeflecht Fliegen und Versinken
Sprache und Sprechweisen der Hauptfiguren
Fontane, Effi Briest
Herr von Briest
- Verständnis für das Menschliche
- Kritische Distanz zur Gesellschaft
- Gegenpol zu Innstetten (in gesellschaftlichem u. menschlichem Sinne)
- Kritisiert alles Beamtliche, entschuldigt sich dafür jedoch immer wieder bei Innstetten
- Weiß, dass Vergangenes nicht veränderbar ist ebenso weiß er, dass die bestehende Ordnungen und Gesetze fragwürdig sind (das ist ein zu weites Feld)
Innstetten
- zweifelt die Ordnung nicht an
- sorgfältig konstruierte Sätze - häufig mit satzförmigen Einschüben- ausgezeichnet
- verkündet häufig Pauschalurteile zu Problemstellungen des Lebens (So sind alle Frauen, ... die Weiber schreien sofort...)
- ausgesprochene Vorliebe zu Fremdwörtern (devotest, eskamotieren, hasardiert), was auch auf seine Bildung in historischen, literarischen, geographischen und Allgemeinwissen hindeutet.
- Kontrast zur einfachen Wortwahl Effis
Effi
- große Erregungen lassen ihre Sprache außer Kontrolle geraten, was sich in hastig gesprochenen Satzfetzen und Beschränkung auf wenige Verben auswirkt
- umgangssprachliche Wendungen (alle Wetter, Vatermörder)
- während des Zusammenlebens mit Innstetten werden Fremdwörter häufiger
- dadurch, dass Effi nur das gesellschaftlich vertretbar sprechen darf, zwingt sie das zu einer verschlüsselten und versteckten Sprache. Dies beraubt sie der Möglichkeit das auszusprechen was sie wirklich denkt und fühlt.
Crampas
- sehr viele Sprichwörter und Redensarten
- lässt kritische Anfechtungen zu Aussagen werden (Wer für den Strick geboren ist, kann nicht im Wasser umkommen)
- dadurch entsteht eine Distanz zwischen Gesagtem und Sprechendem, entzieht er sich der Verantwortung für das Gesagte (Aspekt seines Daseins)
Roswitha
- Sprechweise entspricht ihrer sozialen Stellung, d.h. umgangssprachliche Ausdrücke, lässt Buchstaben weg und zieht Wörter zusammen.
- Bemüht sich in Effis Anwesenheit gehobener zu sprechen
- kein merklichen Dialekt
- da sie längere Zeit in gehobenen Schichten diente, wurde sie mit dem Sprachgebrauch vertraut und eignet ihn sich immer mehr an.
- Auch in Erregung formuliert sie ihre Sätze noch korrekt aus, sie bewahrt immer einen kühlen Kopf
Luise von Briest
- gut durchdachten, gut formulierten Sätzen, lässt nur selten Buchstaben weg
- Innstetten hätte, wie oft erwähnt, besser zu Luise von den Gesellschaftsvorstellungen gepasst
- In ihrer Sprechweise ihrem Mann und Effi überlegen
- Sie beeinflusst die Beiden ständig
- Beide Eltern stellen die Gesellschaft in Frage, erkennen die Antwort aber zu spät und können deshalb Effi nicht mehr helfen
Schiller, Kabale und Liebe
Ferdinand
- spricht sehr leidenschaftlich und gefühlsbewegt (Pathos), wie z.B. (Ich gebe Ihnen mein Leben...Mein Leben hab ich von Ihnen, ich werde keinen Augenblick anstehen, es ganz Ihrer Größe zu opfern)
- Befehlston (Rede mir die Wahrheit!)
- verwendet Metaphoriken (An dünnen unmerkbaren Seile hängen oft fürchterliche Gewichte. Wüsste der Mensch, dass er an diesem Apfel den Tod essen sollte)
- Zynismen (Lustig! Lustig! Auch der Vater betrogen. Alles betrogen)
Luise
- negative Übertreibungen /Visionen (Ferdinand! Ein Dolch über dir und mir! – Man trennt uns)
- Pathos ( Ferdinand! Dich zu verlieren! – Doch! Man verliert ja nur, was man besessen hat, und dein Herz gehört einem Stande-...)
- Zynismen (Mein Elend ist so hoch gestiegen, dass selbst Aufrichtigkeit es nicht mehr vergrößern kann...)
Vater Miller
- Befehlston gegen seine Frau, Beleidigungen (Schier dich zum Satan, infame Kupplerin!)
- Ironisch-freche Verteidigung seines Standes (ich heiße Miller, wenn sie ein Adagio hören wollen –mit Buhlschaften dien ich nicht. Solang der Hof noch Vorrat hat, kommt die Lieferung nicht an uns Bürgersleut)
- Metaphern (Nur der Gewissenswurm schwärmt mit der Eule. Sünden und böse Geister scheuen das Licht)
Mutter Miller
- falscher Fremdwortgebrauch (Ah guten Morgen, Herr Sekertare)
- ordinäre Ausdrucksweisen (Der Hund! Aber man wird dir’s Maul sauber halten.)
- Unterwürfigkeit gegen Adlige (Erbarmung, Ihm Exzellenz! Erbarmung! Erbarmung!)
Wurm
- angepasste Höflichkeit (das freut mich, freut mich. Ich werde einmal eine fromme christliche Frau an ihr haben)
- hinterlistige, niederträchtige Anspielungen (...Und wie befindet sich meine Zukünftige - oder Gewesene)
- Überlegenheit gegen den Präsidenten (jetzt haben Sie die Gnade und hören-...)
- Demonstration seiner Macht (...Ich habe herzliches Mitleid mit ihnen...-Ich könnte mich wohl über gewisse Dinge hinwegsetzen-...)
Präsident
- Überheblichkeit (Wo in aller Welt bringst du das Maul her, Junge)
- Drohungen, Befehlston (Legt Hand an im Namen des Herzogs – Weg von der Metze, Junge – Ohnmächtig oder nicht!)
- Metaphoriken (...was verschlägt es denn Ihm, ob Er die Karolin frisch aus der Münze, oder vom Bankier bekommt...-)
- Fremdwortgebrauch (Ein herrliches Impromptu des menschlichen Witzes-...)
Hofmarschall
- Fremdwortgebrauch (Aber mon Dieu!...)
- Wichtigtuerei (- dringende Geschäfte - der Küchenzettel - Visitenbillets -...)
Liebe in Schillers bürgerlichem Trauerspiel und in Fontanes Roman
- Siehe: Werk im Kontext Thema 7
