Fontane07/Orte
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Der Roman „Effi Briest“ ist unterlegt mit einem Geflecht von Orten, die Effis Seelenlage und ihr Befinden im Laufe ihres kurzen Lebens widerspiegeln.
Hohen-Cremmen
Hohen-Cremmen ist der Ort von Effis Kindheit und verkörpert ihre tiefe Bindung zu ihrer Familie und ihren Freunden. Es ist ein Ort, an den sie immer wieder gerne zurückkehrt und Trost und Freude findet. Hier ist sie verwurzelt und fühlt sich glücklich, frei und sorglos.
Das Haus besteht aus einem Haupt- und einem Seitenflügel die zusammen mit der Kirchenmauer ein Hufeisen bilden. Der Garten dahinter ist somit eingegrenzt, und man könnte ihn als eine Art Paradies betrachten ( Paradies = umzäunter Ort). Inmitten des Gartens befindet sich ein Rondell, auf dem eine Sonnenuhr angebracht ist, die auch wieder ein Zeichen dafür ist, dass hier eine ganz andere Zeit vorherrscht. Effi ist ein Naturkind und genau dies spiegelt auch der schöne Garten des Herrenhauses mit seinem Gartenteich, den großen Bäumen und der restlichen Natur, wider.
Nach ihrer schrecklichen Zeit in Berlin, kehrt Effi wieder an den Ort ihrer Kindheit, Hohen-Cremmen, zurück. Nur hier findet sie das, was sie sich am meisten wünscht: Geborgenheit, Ruhe und Einklang mit sich selbst, um am Ende friedlich sterben zu können.
Kessin
Kessin ist das genaue Gegenstück zu Hohen-Cremmen. Das Haus, in dem Effi wohnt, liegt sehr isoliert und Effi fühlt sich oft einsam. Da Kessin eine dörfliche Gegend ist, kann Effi hier kein gesellschaftliches Leben führen. Das dunkle und unheimliche, schmucklose Haus erschreckt Effi auch durch seine ungewöhnlich Einrichtung und vergegenwärtigt die Enge, in der sie sich befindet. Die ganze Zeit, in der sie hier lebt, fühlt sie sich nie richtig heimisch, sondern beengt und unglücklich, wie in einem Gefängnis.
Berlin
Durch Instettens Beförderung zum Ministerialrat müssen Effi und er nach Berlin umziehen. Für Effi erscheint dies als zweite Chance für den Neubeginn mit Instetten. Sie findet auch eine vornehme Wohnung in der Nähe des Zoologischen Gartens, von wo sie auch nicht mehr nach Kessin zurückkehren will. Anfangs bietet ihr, ihr neues Leben viel Abwechslung („Großstadtleben“) und sie ist unbefangen und heiter. Bis zu Instettens Entdeckung von Effis Affäre führen die Beiden eine normale Ehe miteinander.
Nach ihrer Scheidung verwandelt sich Berlin für Effi jedoch wieder in ein Gefängnis, aus dem sie nicht ausbrechen kann, da sie nicht nur von Instetten, sondern auch von ihren Eltern verstoßen wurde. Effi wohnt nun in einer kleinen Wohnung in der Königgrätzer Straße, die durch ihre kleinen Räume Effis Abgeschiedenheit von der Außenwelt darstellt. Die kleine Wohnung hindert sie am Atmen und steht im scharfen Kontrast zu Effis früherer Lebenswelt.
Assi


