Drama/Lexikon

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Blankvers

Ungereimter steigender Fünftakter (fünfhebiger Jambus). Der Idealvers des klassischen Dramas
J.W.Goethe: Iphigenie auf Tauris

Bürgerliches Trauerspiel

Eine um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene dramatische Gattung, die sich im Gegensatz zum klassischen Drama mit den Problemen des gesellschaftlichen Mittelstandes befasst (Fürsten/Könige, sowie der Pöbel werden ausgeschlossen). Vor allem im Sturm und Drang wurde diese Gattung sehr geschätzt und oft genutzt, um Konflikte zwischen Gesellschaftsschichten zu thematisieren. Die Handlung hat daher nicht wie beim klassischen Drama öffentlich-politischen Charakter, sondern befasst sich mit (Liebes-)Beziehungen und Moral und zielt auf die Empathie des Publikums ab.
Die Sprachform ist Prosa.


Dialog

Ein Dialog (von altgriech. dialégomai: sich unterhalten) ist eine mündlich oder schriftlich zwischen zwei oder mehreren Personen geführte Rede und Gegenrede. Sein Gegensatz ist der =>Monolog, das Gespräch einer Person mit oder vor sich alleine (vor allem im Drama). Als literarisches Mittel zur Charakterisierung der Figuren und zur Entwicklung von Handlung bestimmt der Dialog das Drama.

Drama

Eine der drei literarischen Gattungen. Diese sind: Epik (erzählende Prosa), Lyrik und Drama. Weitere Untergliederungen werden Untergattungen oder Genres genannt. Z.B. sind =>Tragödie und =>Komödie Untergattungen des Dramas. Liebesroman, Kriminalroman, Thriller usw. sind Genres, d.h. Spielarten der Untergattung Roman.

Dramatis personae

Die Dramatis personae sind die handelnden Personen eines =>Dramas.
Sie werden üblicherweise vor der ersten Szene mit Namen und kurzer Funktionsbezeichnung aufgeführt. Bis zum 18. Jh. wurden sie in der Reihenfolge ihrer Stände genannt, heute normalerweise in der ihres Auftretens.

Drei Einheiten

Epilog

Der Epilog ist das Nachwort/ eine Nachrede. Das Gegenstück des Epilogs ist der =>Prolog. Er dient dazu, das Stück abzuschliessen. Dies kann mittels direkt an den Leser gerichteteter Worte geschehen. Der Epilog vollendet also das Drama abschließend.

Episches Theater

Exposition (lat. expositio = Darlegung)

Die Exposition fürt die Zuschauer/innen in Zeit, Ort, Atmosphäre der Handlung ein; sie lernen die Personen direkt (sie treten auf ) oder indirekt (es wird über sie gesprochen) kennen und erfahren die Vorgeschichte. Kurz: Das Publikum erhält wichtige Informationen, die es braucht, um das unmittelbar dargebotene Geschehen zu verstehen. Folglich steht die Exposition am Anfang eines =>Dramas.


Figur

Als "literarische Figur" wird das Bild bezeichnet, das eine einzelne Person der Handlung beim Leser/ Zuschauer hinterlässt. Diese verfügt unter anderem über folgende Merkmale:
  • äußeres Erscheinungsbild
  • soziale Situation
  • Verhalten "nach Außen" (Verhaltens- und Handlungsweisen)
  • Verhalten "nach Innen" (Denkweisen, Einstellungen, Gefühle)
  • Beziehungen zu Anderen
Durch diese Einordnung kann sich der Leser/ Zuschauer ein ziemlich genaues Bild von der Person machen, dies entsteht im Vorstellungsvermögen des Lesers/ Zuschauers und wird dort z.B. durch vorhandenes Vorwissen über die Zeit, den Stand, etc. ergänzt. So entsteht auf gedanklicher Ebene eine Figur.
In jüngerer Zeit wird eine literarische Figur, abgeleitet vom englischen „character“, auch gelegentlich als „Charakter“ bezeichnet. Diese Verwendung ist jedoch ein Anglizismus und wird von einschlägigen Wörterbüchern zur Zeit nicht anerkannt.
(Frei nach wikipedia.de & li-go.de, 12.12.'06)

Katastrophe (gr. „Umkehr", „Umsturz")

Dramatisches Handlungselement - Die mit vielen Konflikten belastete Handlung ist zu einem endgültigen Ende gekommen, meist durch den Tod oder Untergang des Protagonisten. Die Katastrophe wird häufig durch die Peripetie eingeleitet.


Katharsis

Komödie (gr.: komodia= Lied der Gemeinen; Gesang bei einem fröhlichen Umzug)

Eine Komödie ist ein Drama, das, kontrastiert zur =>Tragödie, eine fröhliche Handlung hat und auch gut ausgeht. Die Komödie wirkt unterhaltend, da sie die menschlichen Schwächen übertrieben darstellt und auf diese Weise das Publikum belustigt wird. Ebenso kann diese Darstellung als Kritik verstanden werden.
Aristoteles definierte die Komödie folgendermaßen: ,,Nachahmung des Hässlichen, von dem das Lächerliche ein Teil ist``


Krise (von griech.: krísis = Entscheidung, entscheidende Wendung)

Höhe- und Wendepunkt einer oft schon problematischen Entwicklung, die mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu lösen/bewältigen ist und die als aufgezwungene Herausforderung den Weg sowohl für einen negativen, als auch einen positiven Ausgang noch offen lässt.
Im fünfaktigen Drama tritt die Krise im dritten Akt ein und ist Teil der => Peripetie, die schließlich das Handeln des Protagonisten unausweichlich festlegt.

Monolog

Das Wort "Monolog" setzt sich aus den griechischen Wörtern monos=allein und logos=Rede zusammen. Ein Monolog ist ein an eine imaginäre Person gerichtetes Selbstgespräch (im Gegensatz zum =>Dialog) uns findet vorallem im =>Drama anwendung. Der Innere Monolog ist eine Sonderform, die in der Erzähprosa verwendet wird und dort häufig bei Gedankengängen zum Einsatz kommt. Der Monolog dient dazu, dem Zuschauer Gedanken und Gefühle einer Person zu vermitteln. Häufig kennzeichnet ein Monolog einen dramatischen Höhepunkt oder einen Wendepunkt in der Handlung. Beispiel: Hamlet-Monolog

Peripetie

Die Peripetie gehört zu den Strukturelementen der Tragödie und bezeichnet den meist plötzlich eintretenden Umschlag der dramatischen Handlung, von dem aus die Handlung (in ihrem "fallenden " Teil) notwendig der =>Katastrophe zutreibt. Kennzeichen der Peripetie ist die Krisis (der Wendepunkt) an der die Glücksumstände plötzlich umschlagen und dem Helden die Möglichkeit zum freien Handeln entzogen wird. Im streng gebauten fünfaktigen Drama tritt die Peripetie am Ende des dritten oder zu Beginn des vierten Aktes ein, im dreiaktigen Drama am Ende des zweiten oder zu Beginn des dritten Aktes.

Prolog

Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama wird bei dieser Vorrede der Sinn und Inhalt des Stückes erläutert. Die Handlung des Prologs kann hierbei mit der des Stückes verbunden sein, aber auch vom eigentlichen Drama gelöst in die Thematik einführen. Der Prolog kann sowohl ein Dialog von zwei Protagonisten, als auch ein Monolog einer dem Stück zugehörigen oder neutralen Person sein. Das Gegenstück des Prologs ist der =>Epilog.

Ständeklausel

Eine Regel des klassischen Dramas, nach der in der Tragödie nur Personen von hoher (=adliger) Stellung die Würde des tragischen Scheiterns zukommmt. In den Dramen der Aufklärung (G.E.Lessing) und des Sturm und Drang (F.Schiller) können auch Personen nicht-adligen Standes Träger von Tragik sein wie z.B. Luise Miller oder Gretchen in Goethes „Faust“. Im =>Bürgerlichen Trauerspiel wird die „Ständeklausel“, welche die klassische =>Trägödie beherrscht (nur Menschen von hohem Adel haben auch die richtige tragische Fallhöhe), aufgehoben. Die bürgerliche Welt und die Wertordnung des Bürgertums rücken ins Zentrum der dramatischen Handlung.

Stichomythie

(vom griechischen stichomythía)
Vereinfacht wird die Stichomythie auch Zeilenrede genannt. Sie bezeichnet die schnelle Rednerwechesel von Vers zu Vers in einem Dialog. Die Sätze folgen rasch aufeinander womit dem Zuschauer die Dringlichkeit oder auch Heftigkeit des Gesprächs bewusst wird.

Tragischer Konflikt

Tragik nennen wir einen unlösbaren Konflikt zwischen dem freien Willen und den herrschenden Wert- und Machtverhältnissen, die als schicksalhaft empfunden werden (Standesgrenzen, geschichtliche Notwendigkeit, Göttergebot). Dieser Konflikt führt zum Untergang des/der Protagonisten.

Tragödie

Die Tragödie ist eine Form des => Dramas. Ihren Ursprung findet man in der Antike des Griechenlands. Das Wort "Tragödie" bezeichnet einen Bocksgesang (=griech.:tragodia), d.h. der Gesang um einen Bock als Opfer oder Preis. Die Tragödie ist ein Drama, das in seinem Handlungsverlauf den Helden in einen => tragischen Konflikt stürzt und die daraus entstehende tragische Schuld in irgendeiner Form auflöst. Der Keim der Tragödie ist, dass der Mensch über das ihm zugeteilte Schicksal hinausgehen will.

Wechselrede

siehe "Stichomythie"

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