Diskussion:Fontane07/Werk im Kontext/62

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Mein Kommentar

Das ist eine viel versprechende Auseinandersetzung mit der Thematik!

Sprachlich ist der Text sehr sicher und auch stilistisch gut.

Der Einstieg läuft zunächst Gefahr, die Frage falsch zu stellen: Es wird in der Aufgabe nicht zuerst nach der objektiven Schuld gefragt, sondern nach dem subjektiven Schuldempfinden und wie die Protagonistin damit umgeht.

Im weiteren Verlauf entgehen Sie dann aber der Gefahr und arbeiten systematisch die Befindlichkeit der Hauptfiguren heraus. Auch die Zitat-Hinweise sind gut gewählt.

Jetzt fehlt aber der letzte und wichtigste Teil, nämlich die Gegenüberstellung und Zuspitzung, also die Abstraktionsleistung: Während Effi zunehmend die Schuld auf sich nimmt, befreit sich Luise mehr oder weniger von dieser Schuld, indem sie die Wahrheit preisgibt. Ebenfalls interessant wäre noch die Bedeutung der religiösen Einstellung bei der Ausprägung des Schuldgefühls. Effis Scham raubt ihr das ‚richtige Gefühl’, das der gute Christ nun mal hat. Luise sieht ihre Schuld, indem sie gegen eine Gott gegebene Ordnung verstößt, nämlich die Ordnung der Stände, die ihr heilig ist („Kirchenraub“).

Und noch ein Aspekt ließe sich hier einarbeiten: Die Frage der „tragischen“ Schuld. Sind Luise und Effi gleichermaßen tragische Figuren im Sinne der antiken Tragik?

Fazit: Bis auf das Fehlen des letzten Teiles eine gute Arbeit.

--K. Dautel 19:40, 6. Mär 2007 (CET)

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