D8/protokoll11
Aus HöGyWiki
Stundenprotokoll vom 2.12.2011
Thema: Schuld von Josef K. und Betrachtung des Kapitels Im Dom.
Die Stunde begann mit der Frage: Welche Schuld trifft auf Josef K. zu?
Zum einen wird ihm eine juristische Schuld angehängt, über die man jedoch nichts genaueres weiß. Sie hat trotzdem Einfluss auf sein moralisches Schuldgefühl, denn es entsteht eine Art Verachtung ihm gegenüber unter seinen Mitmenschen. Eine weitere Schuld die ihm angehängt wird, ist die Instrumentalisierung (er sieht die Menschen nur unter einem Aspekt, wie sie ihm weiterhelfen können). Ein Beispiel dafür, ist Fräulein Bürstner, bei der er sich gut stellen will, weil sie bald im Gericht arbeitet.
Danach diskutierte der Kurs, woran man merkt, dass jemand Schuldgefühle hat und übertrugen dies auf Josef K.:
- ständige Rechtfertigung (Prüglerszene)
- Entschuldigungsbedürfnis
- Entscheidungsschwierigkeit
Seine Entscheidungsschwierigkeit zieht sich durch den ganzen Roman, der Protagonist kommt immer wieder in Situation, in denen er die Möglichkeit hat auf 3 verschiedene Arten zu reagieren (K. unternimmt etwas/ entzieht sich dieser Situation/ wartet ab). Jedes mal macht er den Fehler lediglich über seine Möglichkeiten nachzudenken und abzuwarten. Durch seine Untätigkeit lässt sich Josef K. immer weiter in den Prozess verstricken. Seine Situation ist mit der von dem Mann vom Lande in “Vor dem Gesetz” zu vergleichen.
Betrachtung des Kapitels Im Dom.
Zuerst besprach der Kurs die Symbolik eines Doms: Wahrzeichen, Symbol der Macht, Ort der Ruhe, Ort zum Nachdenken, Hilfe und Antwort finden, etc. Danach wurde das Kapitel unter den zwei Gesichtspunkten gelesen, was der Exegese vorausgeht und die genauere Betrachtung der Personen in der Türhüter Legende.
Türhüter
- steht für Macht und Autorität
- verhöhnt den Mann und lacht ihn aus
- verwirrt den Mann mit Fragen
- Anfangs unterlegen
- Größenunterschied nimmt zu
Mann vom Lande
- bekommt einen Schemel(ärmlich)
- versucht Türhüter zu bestechen
- fixiert diesen Türhüter
- wir immer Ratloser und verzweifelt
- wird kindischer(Geistigerzerfall) und wird Körperlich schwächer
Der Mann vom Lande unterwirft sich einer Macht die nicht gefühlt sondern nur gedacht ist.
Auf Josef K. übertragen: K. Probiert zum Gericht vorzudringen, scheitert jedoch weil er immer wieder aufgehalten wird. Alle männlichen Personen helfen ihm nur scheinbar(z.B.: Advokat), sie halten ihn lediglich im Prozess. Er ist ihnen überlegen, denkt aber er sei ihrer Macht unterlegen. =>Die Legende seht für das Grundgerüst des Scheiterns von Josef K.
