D8/Protokoll10

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Protokoll der Deutschstunde vom 29.11.2011

Thema: Schuld und Schuldgefühle

Der Prügler

Erzählform: Er-Form

Erzählverhalten: personales Erzählverhalten, Er-Erzähler hat die Innenperspektive K.s (sieht durch die Augen K.s)

Erzählstandort: naher Erzählstandort (K.s Empfindungen)

Erzählbericht: beschreibend neutral

Figurenrede: - direkte Rede (Dialoge geben unmittelbare Ereignisse wieder, bringen Bewegungselemente ein

- erlebte Rede (Distanz zu den inneren Ereignissen der Figur)

Das Kapitel ist geprägt durch das personale Erzählverhalten, sowie durch die Figurenrede als direkte Dialogwiedergabe und erlebte Rede, was einen Kontrast auslöst: Innenansicht K.s (personale Erzählverhalten, naher Erzählstandort) Distanz zu den inneren Ereignissen (beschreibend neutraler Erzählbericht, erlebte Rede)


Schuld

1. Wörter in denen „schuld“ vorkommt.

2. Redewendungen und Ausdrücke, in denen solche Wörter vorkommen

3. Bedeutungsebenen von „Schuld“

Moralisch: Unschuld, schuldig, unschuldig, Schuldgefühle Jemanden in seiner Würde (Anrecht auf Achtung) und Autonomie (Handlungsfreiheit) beein- Trächtigen, z.B. nicht respektieren, instrumentalisieren, unter Druck setzen soziale Ächtung durch die Mitwelt (gewünscht)

Juristisch: Schuldfrage, Schuldbekenntnis, Schuldbruch, Beschuldigung Entstandener Sozialschaden: Bedingungen: Objektive Nachweisbarkeit, Zurechnungsfähig- keit, keine anderen Schuldausschließungsgründe Bestrafung nach Strafgesetzbuch

Finanziell: Schulden, verschulden, Schuldschein, Schuldenberater, Spielschulden (juristisch)

Persönlich: einen Gefallen schulden, Wettschulden

Sexuell: die Unschuld verlieren

Schuldgefühl: Glaube, seinen eigenen Erwartungen und Wertvorstellungen nicht zu entsprechen; Meinung, andere in ihren Erwartungen zu enttäuschen → Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühl, Aggressivität

Erbschuld: Freies Handeln heißt immer sich verschulden: Konflikt zwischen meinem und einem anderen Willen oder, weil der Mensch – in seinem Wesen – versucht, die Grenzen zu überschreiten (vgl. Sündenfall) Unausweichlichkeit der Katastrophe, Verlust der kindlichen Unschuld (Vertreibung aus dem Paradies)


Welche Ebenen bzw. Dimensionen von Schuld treffen auf Josef K. zu?

1. z.T. juristische Schuld: ist angeklagt, auch wenn man den Grund dafür nicht erfährt

2. Moralische Schuld: möchte sein Gesicht wahren (Prügler-Szene); will immer Nutzen/Vorteile für seinen Prozess herausschlagen (z.B. Fräulein Bürstner, Maler usw.) Instrumentalisierung

3. Schuldgefühl: innere Unsicherheit; Entschuldigungs- und Rechtfertigungsbedürfnis; Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen; zu langes Abwarten (z.B. „Im Dom“)

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