Dürrenmatt09/Protokoll1

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Protokoll: 19.November 2009

Thema: Der erste Akt des Dramas als Exposition

Hintergrundinformationen

Schriftsteller: Friedrich Josef Dürrenmatt (1921-1990) war ein Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Maler. Weltweiten Erfolg erzielte er mit seiner Tragischen Komödie „Der Besuch der alten Dame“. Der erster Untertitel war „Komödie der Hochkonjunktur“.

Wirtschaftswunder : Der Text entstand in der sogenannten Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg (1955); daher auch gegenwartsbezogen auf die 50er Jahre. (Dürrenmatt sagte es sei ein Stück der Gegenwart. In jeder Zeit aktuell.

Eine Tragische Komödie

Definition der Tragödie: Die Tragödie (Trauerspiel) ist eine Form des Dramas. Kennzeichnend für die Tragödie ist der schicksalhafte Konflikt der Hauptfigur. Ihre Situation verschlechtert sich ab dem Punkt, an dem die Katastrophe eintritt. In diesem Fall bedeutet das Wort Katastrophe nur die unausweichliche Verschlechterung für den tragischen Helden. Anders als im Drama ist das Scheitern des Helden in der Tragödie unausweichlich; die Ursache liegt in der Konstellation und dem Charakter der Figur.

Definition der Komödie: Eine Komödie (=Lustspiel) ist ein Drama mit erheiterndem Handlungsablauf, der in der Regel glücklich endet. Die unterhaltsame Grundstimmung entsteht dabei durch die übertriebene Darstellung menschlicher Schwächen, die neben der Belustigung des Publikums auch auf Kritik abzielen kann.

Aufbau eines Dramas

In 5 Akte gegliedert: Exposition -steigende Handlung –Höhepunkt/Peripetie – fallende Handlung – Lösung/ Katastrophe

Wir stellen fest, es ist kein klassisches Drama, denn das Stück ist in 3 Akte unterteilt: Exposition - Krise – Katastrophe

Akt I (Exposition)

Exposition: meint die wirkungsvolle Einführung des Zuschauers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Stückes und Darbietung der für das Verständnis wichtigen Voraussetzungen, die zeitlich auch deutlich vor Beginn der eigentlichen Bühnenhandlung liegen können.

Erste Eindrücke(1-5)

1) Personen( Casting )

-Nur Personen, die für die Geschichte wichtig sind, haben Namen (Ill und Claire Zachanassian, geb. Klara Wäscher)
-Die anderen Personen die einen Namen tragen sind austauschbare Personen. Ihre Namen klingen alle gleich (Roby; Toby; Moby)
-Die anderen Personen tagen Namen nach Ihrer Funktion. Sie werden Typisiert(Der „typische“ Bürgermeister)

2) Umfeld

Man erfährt zunächst, dass Güllen eine verwahrloste Stadt ist. Die vorkommenden Orte haben meist eine symbolische Bedeutung. Sie tragen abwertende Namen.

Der Bahnhof: Eigentlich ein positiver Ort, der das Neue und Weltoffene symbolisiert, wird im Besuch der alten Dame negativ dargestellt.

3) Atmosphäre:

Aus der Resignation heraus in eine neue Zukunft des Wohlstandes (Unsicherheit und große Hoffnung)

4) Hoffungsträger:

Alfred Ill, der ehemaliger Liebhaber

Claire Zachanassian die Millionärin

Motive: Tod- Antizipation - Machtspiele, Geld

5) Konfliktpotenzial :

Funktioniert die alte Liebe noch? Geht der Rettungsplan auf?

Inhalt

Die Bewohner des verarmten Ortes Güllen warten alle auf das Eintreffen der Milliardärin Claire Zachanassian, die Ihren Heimatort Güllen besuchen möchte. Dabei beobachten sie am verwahrlosten Bahnhof die vorbeifahrenden Züge und denken an die alten Zeiten, in denen Züge wie die "Gudrun" oder der "Rasende Roland" noch in Güllen hielten. Der Bürgermeister gibt noch einmal Anweisungen für den Empfang und weist Alfred Ill dabei eine besondere Rolle zu. Er, der Claire aus alten Zeiten am besten kennt, soll sie dazu bewegen, zu spenden, am besten Millionen.

Plötzlich sind kreischende Bremsen, die des "Rasenden Rolands" zu hören.Die Güllener, deren Gesichter erstarrt sind vor Staunen, springen auf. Frau Zachanassian, um die 62 Jahre, steigt aus, gefolgt von ihrem Butler, 82 Jahre, und ihrem Gatten VII. Währenddessen bereiten die Güllener immer noch den Empfang vor, vieles geht schief. Nach der Rede des Bürgermeisters geht Ill, der sie als hübsches rothaariges wildes Mädchen in Erinnerung hat, auf Sie zu, spricht kurz mit ihr, macht ihr Komplimente, die Claire jedoch abweist. Claire möchte mit Ill ihre früheren Liebesorte besuchen.Sie lässt sich, von zwei ehemals kriminellen Sänftenträgern, Toby und Roby, auf einer Sänfte dorthin tragen. Ihr Gepäck und einen Sarg, der Verblüffen und Unbehagen bei den Güllenern auslöst, lässt sie von zwei Blinden und Kastrierten in den Goldenen Apostel bringen.

Im Konradsweilerwald, einem der Liebesorte von damals, versucht Ill ihr zu schmeicheln, erzählt, wie schlecht es ihm doch gehe und wie toll die Zeit damals mit ihr doch war. Er erklärt ihr, warum er nicht sie, sondern die damals wohlhabendere Mathilde geheiratet hat, und dass es nur zu ihrem Besten war. Claire dagegen reagiert hochnäsig, konfrontiert ihn mit der Wahrheit, stellt ihn bloß.

Wieder im Wirtshaus "Zum goldenen Apostel" hält der Bürgermeister eine merklich schlecht vorbereitete Rede, verdreht Tatsachen, indem er die Geschichten über Claire beschönigt, und muss verbessert werden. Claire Zachanassian dagegen zerstört diese Fassade in aller Öffentlichkeit, bringt die Sache auf den Punkt und bietet den Güllenern 1 Milliarde für ihre Gerechtigkeit. Die Güllener, einerseits erstarrt vor Freude, andererseits verwundert durch ihre Bedingung, sind ratlos.

Da lässt sie ihren Butler, den ehemaligen Richter, der auch die Gerichtsverhandlung zwischen Claire und Ill führte, ihre Vergangenheit erzählen. Damals ging es um das Kind, das Claire bekam. Ill bestritt, dass es von ihm war, und gewann. Jetzt kommt jedoch heraus, dass Ill die beiden Blinden bestochen hatte und diese deswegen eine Falschaussage gemacht hatten, nämlich dass sie mit ihr geschlafen hätten. Claire hatte die beiden gesucht, gefunden, kastriert und geblendet. So kam die Wahrheit heraus, und jetzt möchte Claire eben die Gerechtigkeit erkaufen. Sie verlangt, dass Ill getötet wird. Rein äußerlich lehnt der Bürgermeister im Namen der Güllener ab.

- Der Prozess beginnt.

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