Benutzer:Schnürsenkel

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Samstagabend, ich zappe gerade so durch das Fernseherprogramm, da bleibe ich an einer merkwürdigen Talkshow hängen:

>>Moderator (M): Hier kommt unserer nächster Gast, ich weiß, es ist etwas ungewöhnlich einen seiner Sorte hier in „Der Literatur“ zu treffen, aber hier ist: Der Schnürsenkel!
Schnürsenkel (S): Ungewöhnlich? Schauen Sie doch einmal auf Ihre Füße, auf Ihre Schuhe, auf die Schuhe all dieser Leute hier,…
M: „Erst einmal „Hallo! und Herzlich Willkommen!“ . Das ist mir schon klar, so war das natürlich nicht gemeint. Ich wollte-
S: Na wie denn dann? Wollten Sie sagen, es sei ungewöhnlich, dass einer wie ich auch anderes zu tun hat, als ständig mit den Füßen getreten zu werden? Ist es ungewöhnlich, dass wir auch ein Leben haben? Dürfen wir das etwa nicht? Es heißt immerhin Schnürsenkel und nicht „Schnürseggl“!
M: (wendet sich an die Kamera) Anscheinend haben wir hier einen sehr empfindlichen Vertreter dieser Art… (an S. gerichtet:) Ich wollt Sie nicht im Geringsten beleidigen! (schmunzelt) Ich finde es doch toll, dass Sie den Weg hierher gefunden haben. Sie meinen also Ihrer Art wird zu wenig Beachtung geschenkt? Wollen Sie das für unsere Gäste näher erläutern?
S(schroff ): Mach ich. Nun: ein Schnürsenkel wird von Ihresgleichen meist nur abfällig als „Schuhbändel“ bezeichnet, obwohl wir Ihnen stets unsere Dienste leisten. Wir begleiten sie überall mithin, zu Bewerbungen, in die Wildnis der Natur, auf die Aschebahn,… nur nicht ins Bett. Und was bekommen wir dafür? Nichts! Wenn wir nach einem langen Arbeitsleben ausgedient haben, werden wir anstatt hinter Glas gestellt und auf Seide gebettet einfach nur weggeworfen. Viele von uns haben deshalb schon das Weite gesucht. Haben Sie sich noch nie gefragt, woher all diese Regenwürmer kommen? Frustrierte Schnürsenkel. Oder, einfacher, warum man plötzlich Bändel in die Krägen der Pullover steckt? Da liegen die Schnürsenkel immerhin näher am Herzen des Trägers. Und-
M: Okay, okay, ich habe verstanden. Aber nun wird es Zeit zum Thema unserer Show zurückzufinden. Wie kamen Sie zur Literatur?
S: Liegt das nicht auf der Hand? ich wurde von einem Ihrer Sorte hierher geschleppt. Gerade als wir ankamen, ich war natürlich nur wieder am Boden, wurde ein Roter Faden für irgendein literarisches Dingsda gesucht. Nun ja, Rote Fäden sind doch auch nur vom Weg, oder soll ich sagen vom Schuh, abgekommene Schnürsenkel. So nahm ich also diesen Platz gerne ein. M: Interessant. (Stirnrunzeln) Aha. Dankeschön! Auch ich muss jetzt wieder zum Roten Faden dieser Sendung zurückfinden. Ein letztes Wort zu Schluss?
S: (hebt sehr eingebildet sein eines Ende) Es liegt mir im Blut! Mein Urahn kam schon vom Weg ab und floss als Tintenfluss aus den Federn der großen Dichter und Denker. Adieu!
M: Schnüren wir ihn nun wieder zu und lassen ihn entschwinden diesen eingebildeten Faden. ...<<

Ich schalte den Fernseher ab. Mein Blich fällt auf meine Schuhe. Die Schlaufe meiner Schuhbändel hat sich gelöst. Es sieht so aus als strecken sich acht Enden aufmerksam Richtung Bildschirm 

--Schnürsenkel 19:21, 4. Nov 2011 (CET) - "[[1]]"

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