Benutzer:Herzchen

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Bereits als ich an die blau lackierte Holztüre des mit Efeu überwucherten Steinhauses klopfte und sie mir öffnete, wusste ich, dass sie die wohl interessanteste Person war, der ich je das Glück hatte zu begegnen.. Herzchen Schlag.
Ich ließ mich von ihren moosgrünen, mit schwarzem Haar umrahmten und von kirschroten Lippen untermalten Augen hereinbitten und auf einen durchgesessenen roten Ledersessel dirigieren.
Und ich begann, ihr Fragen zu stellen.

Reporter: Vielen Dank, Frau Schlag, dass Sie sich für dieses Interview bereiterklärt haben.
H.S.: Bitte nennen sie mich doch Herzchen.
Reporter: Oh, vielen Dank. Sollen wir gleich Anfangen? Sind Sie bereit?
H.S. : Gern, fangen Sie an.
Reporter: Also gut. Zuallererst, wie sind Sie überhaupt zu Ihrer Schreiberei gekommen, Herzchen?
H.S.: Das ist eine schwierige Frage..(sieht sinnend aus dem Fenster).. ich glaube, es fing mit einem Kribbeln und Knistern in meinem Bauch an und wurde dann zu einem Kitzeln in meinen Fingern. Das ging so lang, bis sich die in mir angestaute Kreativität in meinem ersten Gedicht entlud. Das war ein fast magischer Moment!
Reporter: Aha, sehr interessant! Darf ich nach dem Titel diesen ersten Ergusses Fragen?
H.S.: Ich habe es 'Fortunata' genannt. Es handelt von purem, ungetrübten Glück.
Reporter: Schreiben Sie oft über die Thematik des Glücks, oder haben Sie ein anderes Lieblingsthema?
H.S.: Ich schreibe nicht immer über Glück, meistens schreibe ich über das Thema Liebe.
Reporter: Was gibt Ihnen die Impulse dazu? Wann schreiben Sie immer und wo?
H.S.: Die Impulse geben mir meine Gefühle, die Natur um mich herum und vor allem Musik. Ich schreibe immer dann, wenn es mir gerade in den Sinn kommt, und auch wo es mich gerade überkommt. Meistens ist das in ganz ungeschickten Augenblicken: wenn ich einen wirklich dringenden Termin habe, gerade Fenster putze oder backe und meine Hände voll mit Teig sind.(lacht)
Reporter: Also führen Sie Ihren Haushalt noch selbst?
H.S.: Ja, ich bin der Meinung, dass das selbstständig und zu einem Teil auch fit hält. Ich arbeite ja in einer Branche, in welcher man sehr viel sitzt und die sehr kopflastig ist. Hausarbeit ist ein guter Ausgleich dafür.
Reporter: Alles klar. Die perfekte Ehefrau also?
H.S.: Nein, ich bin nicht verheiratet, aber später wünsche ich mir auf jeden Fall Kinder.
Reporter: Nun eine andere Frage : Wie würden Sie sich selbst in einem Satz beschreiben und was denken Sie, schätzen Ihre Freunde an Ihnen am Meisten?
H.S.: (überlegt lange, zögert dann) Ich denke meine Freunde schätzen an mir, dass ich ihnen immer zuhöre, sie verstehe und für sie da bin. (zögert wieder) Das ist eine furchtbare Frage! Ich müsste die Lebenserfahrung einer 80-jährigen haben und mich selbst so lange kennen. Wenn ich mich selbst nicht in und auswendig kenne, wie soll ich mich dann beschreiben?
Reporter: Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
H.S.: Sie sagen, dass ich der wohl liebenswürdigste Mensch der Welt bin und meine beste Freundin meint sogar, ich sei ein Herz von einer Seele. (schmunzelt)
Reporter: Na das ist ja etwas. Ein Herz von einer Seele, wie passend. Eine letzte Frage habe ich noch: schreiben Sie nach einem Vorbild?
H.S.: Wenn ich das täte, dann wäre es unbewusst. Ich lasse mich gern von Rokokogedichten inspirieren, ich liebe es, in dieser alten Sprache zu schreiben. Ich lehne mich auch an den Barock an.
Reporter: Tatsächlich? Wie wunderbar! Ich bin ein großer Schätzer solcher Gedichte! Aber ich fürchte, ich nehme Ihre kostbare Zeit schon viel zu lange in Anspruch, wenn sie....
H.S.: Bitte, wenn sie möchten. Ich geleite sie noch zur Tür.
Reporter: Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen, und schreiben sie mir einen Brief wenn sie 80 sind, ich wüsste gern noch mehr über Sie.

Nachdem mich Herzchen Schlag mit einem Lächeln verabschiedet hatte und ich bereits wieder auf dem Nachhauseweg war, ließ ich das Gespräch noch einmal revue passieren. Aber ich fand nichts. Sie war perfekt. Sie hatte keinerlei Makel gezeigt. Nicht einmal Staub auf den Regalen. Sie war wirklich - ein Herz von Seele.


--Herzchen 10:59, 5. Nov 2011 (CET)

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