Abgeschnitten
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Sie ist hier. Hier bei mir. Und sie ist schön. Schmal und zierlich und doch hart und kalt. Ich nehme sie überallhin, wer weiß, wann man sie gebrauchen kann. Und ich sitze da und tue das, was mir am wenigsten Spaß macht. Ich mache MEINE Hausaufgaben und damit auch die der Faulen und Gemeinen und sie schaut mir dabei zu. Liegt fast so faul wie die Faulen auf dem Tisch und schaut mir zu. Es ist frustrierend. Warum mache ich das überhaupt? Doch wozu gibt es sie, meine Allmächtigste, meine Liebreizendste, meine größte Faszination – einmal „Schnipp“ und ich bin frei, ich hänge nicht mehr an den Schnüren, an denen mich andere halten und tanzen lassen. Und dann wandle ich dahin, vorbei an vielen Menschen, die kommen und gehen, ohne Ziel, ohne Zukunft, ohne nur zu ahnen, was am nächsten Tag kommen wird. So geht es Jahre lang, wie lang genau, das weiß ich nicht und auch kein anderer. Irgendwann werde ich an einem großen, schwarzen Abgrund stehen, werde sie in der Hand halten und in das grässliche Nichts zu meinen Füßen starren. Und ich werde zuschauen, wie das, was mir ein Leben lang meine Freiheit sicherte, ein letztes Mal im Licht blitzend, hinabfällt.
--BlueSoul 13:33, 5. Mär 2010 (CET)
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